Zukunftsdialog Schwein

Blick in die Praxis

Wie kann die Schweineproduktion nachhaltig, wie fair sein und gleichzeitig kostendeckend und rentabel? Wie kann Wissen und Transparenz in der Gesellschaft geschaffen werden, die frei von Vorurteilen ist? Und vor allem: Welcher Weg ist für Landwirte umsetzbar und was bewegt sie wirklich? Sano will wissen, wo der Gummistiefel drückt und hat deshalb Schweineproduzenten aus der Region zum „Sano Zukunftsdialog Schwein “ am 08. Mai 2017 nach Grafenwald eingeladen.

Die aktuellen Herausforderungen für Schweinehalter? Für Thomas Braun, der einen Sauenbetrieb im Landkreis Dingolfing-Landau führt, sind es die starken Preisschwankungen. „Das Auf und Ab bei den Preisen macht es für uns schwierig zu planen, so Braun. Der aktuell hohe Preis könne seiner Meinung nach nicht die lange Talfahrt zuvor wieder wettmachen. „Eine Hochpreis-Phase dauert meist nur kurz an“, erklärt der Landwirt und weiter: „Da bekommt man schon manchmal Zukunftsängste.“

Für Christian Pongratz, Schweinehalter im Landkreis Landshut, habe die Arbeitsintensität enorm zugenommen. Landwirte haben heutzutage einen großen arbeitszeitlichen Aufwand und verbringen viel Zeit im Stall. „Und das 365 Tage im Jahr“, fügt Ottmar Bichler, Schweinemäster im Rottal, hinzu. Auf der anderen Seite fehle den Landwirten zufolge die Wertschätzung und Akzeptanz in der Gesellschaft. Die Berichterstattung in den Medien sei laut Karl Seiler, Landwirt aus der Gemeinde Tacherting, überwiegend negativ. „Nur negative Schlagzeilen sind heute gute Schlagzeilen“, so Seiler. Schlagwörter wie Massentierhaltung, Tierquälerei und Umweltverschmutzung dominieren die Berichte. Ein sachlicher Dialog finde laut Georg Breitenwinkler, Ferkelerzeuger aus dem Landkreis Landshut, nicht mehr statt. Der Grund: Die meisten Verbraucher haben heutzutage keine Möglichkeit mehr, Landwirtschaft im nahen Umfeld persönlich zu erleben. Sie kennen den Produzenten ihrer Lebensmittel nicht. Wie könnte dem Abhilfe geschaffen werden? „Wenn wir in Sachen Transparenz und Wissen etwas bewegen wollen, müssen wir bei uns anfangen“, forderte Christian Pongratz. „Wir selbst verschließen die Ställe und geben keinen Einblick“, der Landwirt weiter. Für Karl Seiler wäre eine Aufklärungsarbeit an Schulen und Kindergärten notwendig. Die Schweinehalter stimmten zu. Wichtig sei definitiv, Dialogbereitschaft zu zeigen.

Darüber hinaus pochten die Landwirte auf einheitliche Richtlinien von der Politik. In diesem Zusammenhang wies Karl Seiler auf einen Zielkonflikt hin: „Von den Verbrauchern wird eine bessere Haltung in Form von Außenbereichen gefordert. Dies aber steht im Widerspruch zu den Regelungen in Sachen Emissionsschutz.“ Bei Beschäftigungsmaterialen, Stallausstattung und Haltungsbedingungen fehle es derzeit ebenfalls an einer einheitlichen Regelung. Das mache es für Landwirte schwer zu handeln und den Forderungen gerecht zu werden, so Christian Pongratz. Hier forderten die Landwirte klare Vorgaben von der Agrarpolitik.

„Mit den ersten gewonnen Eindrücken geht es nun daran, Lösungswege zu entwickeln, um die Zukunft der Schweinhaltung gemeinsam zu gestalten“, schloss Dagmar Waldinger, Sano Geschäftsleitung die Austauschrunde und Christian Pongratz fügte hinzu: „Trotz allem möchte ich sagen: Landwirt ist schon ein schöner Beruf.“

Ihr direkter Kontakt zu uns

Sano Moderne Tierernährung GmbH
+49 (0) 8744 - 9601 - 0
+49 (0) 8744 - 9601 - 99
Grafenwald 1
84180 Loiching
Deutschland