Auch Kühe können P-reduziert - Teil I

Die neue Düngeverordnung legt verstärkt den Fokus auf die Phosphorausscheidungen der Milchkühe. In diesem Beitrag werden die wesentlichen Kernpunkte der P-reduzierten Fütterung von Milchkühen zusammengefasst und näher erläutert.

Deutlich mehr als die Hälfte aller Milchviehrationen enthalten mehr Phosphor als nötig. Dadurch steigen die P-Ausscheidungen über den Kot der Tiere an. Folglich wird die Nährstoffbilanz des Betriebes negativ beeinflusst. Das könnte mit der neuen Düngeverordnung zu Problemen führen. Diese halbiert ab 2018 den zulässigen P-Überschuss von derzeit 20 kg/ha auf 10 kg/ha im sechsjährigen Schnitt.

Stoffstrombilanz

Die Stoffstrombilanz stellt eine Brutto-Bilanz dar. Das heißt Lager- und Ausbringverluste organischer Dünger können nicht mehr abgezogen werden. Eine weitere Besonderheit ist, dass innerbetriebliche Kreisläufe keinen Einfluss auf das Bilanzergebnis mehr haben. Hierdurch rückt der Futtermittelzukauf deutlich stärker in den Fokus. Über den Futtermittelzukauf kann jeder Betrieb den Nährstoffeintrag in das Gesamtsystem des Betriebs steuern und so gezielt die Höhe der N- und P-Salden beeinflussen. Dafür ist es wichtig, die Nährstoffgehalte der einzelnen Futtermittel zu kennen.

P-Gehalte Einzel- und Mischfuttermittel

Die P-Gehalte in Getreide und den Grundfuttermitteln schwanken zum Teil extrem. Gründe hierfür können unter anderem die Düngung, Klima, Witterung, regionale Besonderheiten, Zusammensetzung der Gräser im Bestand und die Schnitthäufigkeit sein. Bei Betrachtung der Mischfuttermittel ist zu erkennen, dass der P-Gehalt darin über die Jahre hin angestiegen ist. Der Grund hierfür liegt in der zunehmenden GVO-freien Fütterung. Sojaextraktionsschrot wird häufig durch rapshaltige Mischfuttermittel ersetzt. Abbildung 1 zeigt den durchschnittlichen Phosphor-Gehalt verschiedener Futtermittel auf. Rapsextraktionsschrot enthält ca. 60 % mehr P als Sojaextraktionsschrot.

 

 

Abbildung 1: durchschnittlicher Phosphor-Gehalt verschiedener Futtermittel

P-Bedarf von Milchkühen

Phosphor ist ein essentielles Mengenelement für das Tier. Ist P im Mangel, dann wirkt sich dies negativ auf die Futteraufnahme aus, beeinträchtigt die Verdauung und mindert letztendlich die Leistung der Kuh. Eine P-Überversorgung kostet nicht nur Geld, sondern steigert auch den P-Gehalt im Kot der Tiere. Darum ist eine bedarfsgerechte Phosphorversorgung wichtig. Abbildung 2 zeigt die empfohlene Phosphor-Versorgung abhängig von Milchleistung und täglicher TM-Aufnahme auf.

 

Milchleistung

TM-Aufnahme

Phosphor

kg/Tier/Tag

g/Tier/Tag

g/kg TM der Ration

20

16,5

52

3,2

30

19,5

71

3,6

40

23,0

90

3,9

50

26,0

109

4,2

Eingeschränktes Futteraufnahmevermögen in der Frühlaktation:

30

17,0

67

3,9

40

20,0

86

4,3

Phosphorbedarf (g/Tag) = 1,43 x [Milch (kg/Tag) + Trockenmasse-aufnahme (kg/Tag)]

 

Abbildung 2: Empfohlene Phosphor-Versorgung je nach Milchleistung und TM-Aufnahme

 

Bei den Empfehlungen wird eine P-Verwertung von 70 % angenommen. Hierbei ist schon ein Sicherheitszuschlag von rund 20 % eingerechnet, da neue Studien davon ausgehen, dass die P-Verwertung bis zu 90 % erreichen kann. Bei der Fütterung sollte deshalb auf einen weiteren Sicherheitszuschlag verzichtet werden.

Je nach Leistung und Futteraufnahmevermögen variiert der P-Bedarf pro kg Futterration zwischen 3,2 und 4,3 g P /kg TM.

Um bedarfsgerecht füttern zu können, müssen vorab die Nährstoffgehalte aller eingesetzten Futtermittel bekannt sein. Bei Produkten, wie Mineralfuttern sind die Gehalte stets auf der Deklaration angegeben und unterliegen regelmäßigen Kontrollen. Andere Futtermittel, wie Mais- und Grassilage müssen vorab auf den Nährstoffgehalt untersucht werden.

Wollen Sie Ihr Fütterungsmanagement hinsichtlich Phosphatgehalten gezielt anpassen?

Dann fragen Sie Ihren Sano Fütterungsberater oder kontaktieren Sie unsere Fütterungsexperten per Email: beratung@sano.de

 

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