Düngeverordnung – Lösungen für die Mastschweinefütterung

Die neue Düngeverordnung zwingt flächenknappe Betriebe Ihre Mastschweine noch Stickstoff und Phosphor reduzierter zu füttern. Was zu beachten ist, haben wir für Sie zusammengefasst.

In der Schweinemast hat sich die Phasenmast zur Reduzierung der Stickstoff- (N) und Phosphor- (P) Überschüsse in der Gülle etabliert. Die neue Düngeverordnung (DüV) sieht vor, die Phosphorüberschüsse deutlich zu begrenzen und auch beim Stickstoff gibt es Verschärfungen. Für Schweinemäster haben die neuen Grenzwerte der Düngeverordnung weitreichende Folgen, da sich der Kampf um Ackerflächen zur Ausbringung der Gülle weiter verschärfen wird.

 

Düngeverordnung: Stickstoff und Phosphor reduziert füttern

 

Das oberste Ziel muss es sein, die Nährstoffausscheidungen der Mastschweine weiter zu senken. Hierzu gibt es aktuell zwei Strategien, die sich in der Praxis bewährt haben:

  1. Die Stickstoff und Phosphor reduzierte Fütterung,
  2. Die stark Stickstoff und Phosphor reduzierte Fütterung.

Bei beiden Strategien ist das Ziel, die Mastschweine so ideal zu versorgen, dass sie möglichst wenig N und P über Kot und Harn ausscheiden, aber trotzdem optimal wachsen. Um den Bedarf an verdaulichen Aminosäuren und Phosphor zu decken, ist eine Ergänzung mit freien, kristallinen Aminosäuren zwingend erforderlich. Die Verwertung des im Futter enthaltenen pflanzlichen, organisch gebundenen Phosphors verbessert das Enzym Phytase.

 

Stark N und P reduziert füttern

 

Schweinemäster, die die Nährstoffausscheidungen noch stärker absenken möchten, können ihre Mastschweine stark N- / P-reduziert füttern. Hierbei wird dann auf Sicherheitszuschläge in den Futtermischungen fast vollständig verzichtet. Die sehr gezielte Versorgung der Mastschweine erfordert extrem ausgefeilte Mischungen. Zudem ist es erforderlich mindestens vierphasig zu füttern, um die Nährstoffansprüche der Schweine in allen Gewichtsbereichen zu erfüllen. Die Verwendung eines speziellen Mineralfutters mit mehr Aminosäuren, besonders der erstlimitierenden Aminosäure Lysin und weniger Phosphor ist hierbei erforderlich. Denn die P-Gehalte in den Mischungen sind deutlich abgesenkt.

 

Kennzahlen der Nährstoffoptimierung

 

N & P reduziert

Rohprotein

g / kg TM

pcv Lysin

g / MJ ME

Phosphor

g / kg TM

 

Vormast

28 – 40 kg LM

175

0,77

5,0

Mittelmast

40 – 70 kg LM

170

0,68

4,5

Endmast

70 – 118 kg LM

160

0,60

4,5

(nach LWK NRW, 2017)

Stark

N & P reduziert

Rohprotein

g / kg TM

pcv Lysin

g / MJ ME

Phosphor

g / kg TM

 

Vormast

28 – 40 kg LM

175

0,77

4,7

Anfangsmast

40 – 65 kg LM

165

0,68

4,5

Mittelmast

65 – 90 kg LM

155

0,60

4,2

Endmast

90 – 118 kg LM

140

0,57

4,2

(nach LWK NRW, 2017)

 

Flächenbedarf für die neue Düngeverordnung

 

Mit der „normalen“ N und P reduzierten Fütterung steigt der Flächenbedarf für die Gülle durch die neue DüV um ca. +12 % an (< 2,5 GV je ha, keine Stoffstrombilanz). Mit Umstellung auf eine stark N und P reduzierte Fütterung kommen Sie dagegen in etwa mit der gleichen Fläche aus wir bisher (nur + 1,1 %). Der positive Nebeneffekt: Die Futterkosten je Tier sinken um ca. 1,40 €.

(nach Berechnungen der LWK NRW, 2017)

 

Wichtige Hinweise und Tipps

 

Durch die fehlenden Sicherheitszuschläge gibt es kein Sicherheitsnetz mehr. Deshalb dürfen Schweinemäster keine Fehler machen. Damit die nährstoffreduzierte Fütterung in der Praxis funktioniert gilt es folgende Punkte zu beachten:

  • Analyse des eigenen Getreides
  • Bei Einsatz von Nebenprodukten, regelmäßig auf die Inhaltsstoffe in den Begleitpapieren schauen und / oder Futteranalysen durchführen lassen, denn die Nährstoffgehalte schwanken zum Teil stark
  • Auch die fertigen Mischungen müssen auf Qualität, Inhaltsstoffe, und Vermahlungsgrad untersucht werden
  • Tägliche Kontrolle der Wasserversorgung / der Tränkestellen
  • Regelmäßige Kontrolle der Fütterungstechnik auf Dosiermengen, Einstellungen der Futterautomaten, Höhe der Futterverluste
  • Leistungskontrollen durch mehrmaliges Probewiegen der Schweine in den einzelnen Mastphasen.

 

Sie wollen die stark N und P reduzierte Fütterung auf ihrem Betrieb umsetzen?

Sano unterstützt Sie bei der erfolgreichen Futterumstellung. Fragen Ihren Sano Fütterungsberater oder senden Sie eine Email an: beratung@sano.de

Ihr direkter Kontakt zu uns

Sano Moderne Tierernährung GmbH
+49 (0) 8744 - 5754 - 000
+49 (0) 8744 - 9601 - 99
Grafenwald 1
84180 Loiching
Deutschland

Weiterer Inhalt

Die Landwirtschaft, insbesondere die Tier- bzw. Schweinehaltung ist derzeit anhaltender Kritik ausgesetzt. Ein Auf und Ab bei den Preisen stellt die Landwirte vor große Herausforderungen – nicht nur in der Liquidität.Die drängende Frage

Entscheidend für die wirtschaftliche Schweinemast ist die bedarfsgerechte Fütterung in den unterschiedlichen Mastphasen. Zentraler Bestandteil der Eigenmischungen ist ein Mineralfutter, das zu den eingesetzten Komponenten passt. Fütterung,

Fütterungskonzept Mastschweine Coverbild

In unserem Sano Fütterungsratgeber für Mastschweine erhalten Sie, von unseren Fütterungsexperten, Antworten auf allgemeine Fütterungsfragen und wertvollen Praxistipp.Eine optimale und bedarfsgerechte Schweinefütterung ist die Grundvoraussetzung

Landwirt im Stall bei Mastschweinen in der Vormast.

Entscheidend für die wirtschaftliche Schweinemast ist die bedarfsgerechte Fütterung in den unterschiedlichen Mastphasen. Zentraler Bestandteil der Eigenmischungen ist ein Mineralfutter, das zu den eingesetzten Komponenten passt. In der Vormast

Bild im Stall - Mastschweine in der Mittelmast beim Fressen.

Entscheidend für die wirtschaftliche Schweinemast ist die bedarfsgerechte Fütterung in den unterschiedlichen Mastphasen. Zentraler Bestandteil der Eigenmischungen ist ein Mineralfutter, das zu den eingesetzten Komponenten passt. In der Mittelmast

Schweine in Endmastphase im Stall

Entscheidend für die wirtschaftliche Schweinemast ist die bedarfsgerechte Fütterung in den unterschiedlichen Mastphasen. Zentraler Bestandteil der Eigenmischungen ist ein Mineralfutter, das zu den eingesetzten Komponenten passt. In der Endmast