FAQ Grassilage

  1. Wann ist der richtige Schnittzeitpunkt?

Der optimale Schnittzeitpunkt ist vor dem Ähren- und Rispenschieben erreicht. Ausschlaggebend sind die Hauptbestandsbildner! Wann das genau ist, kann von Betrieb zu Betrieb stark variieren.

 

  1. Wie ermittle ich den richtigen Schnittzeitpunkt?

Durch rechtzeitiges und regelmäßiges Beobachten, da der optimale Schnittzeitpunkt von verschiedenen Faktoren, wie der Bestandszusammensetzung und dem Wetter abhängig ist. Orientieren kann man sich am Schnittzeitpunkt des Vorjahres oder an den Reifeprüfungen der Landwirtschaftskammern. Beginnen Sie etwa vier Wochen vorher den Bestand zu kontrollieren.

 

  1. Soll ich besser morgens oder abends mähen?

Morgens oder vormittags mähen zeigt gute Anwelkergebnisse (Ziel: 30-35% TM). Das ermöglicht kurze Feldliegezeiten und schnelles einsilieren. Wichtig ist, dass nicht bei Tau gemäht wird. Das Gras und auch der Boden sollten trocken sein!

 

  1. Was bringt mir eine 24h-Silage?

Bessere Siliererfolge und höhere Futterwerte. Das liegt an den kurzen Feldliegezeiten. Das Risiko zu lange anzuwelken und zu trockenes Futter einzufahren sinkt. Das erleichtert den Silierprozess für die Milchsäurebakterien. Außerdem werden Feldverluste sowie der Abbau von Kohlenhydraten und Proteinen (Proteolyse) reduziert.

 

  1. Wann kann ich meine Folgeschnitte mähen?

Grundsätzlich wird der Schnittzeitpunkt der Folgeschnitte genauso ermittelt wie der des ersten Schnittes. Doch kommt es stark darauf an wofür Sie die Folgeschnitte benutzen möchten. Als Futter für Trockensteher und Jungvieh kann auch später geschnitten werden. Sprechen Sie mit Ihrem Fütterungsberater!

 

  1. Wieso kann ich nicht einfach tiefer schneiden und mehr Ertrag ernten?

Wird unter 7 cm gemäht, hat man zwar geringfügig mehr Masse im Silo, doch mit deutlich schlechteren Inhaltsstoffen. Rohasche und auch Rohfaser steigen beim Tiefschnitt stark an, Rohprotein sinkt (Stängel sind sehr faserhaltig). Das bedeutet einen schlechteren Futterwert und ein Risiko zu Fehlgärungen (Clostridien). Außerdem wächst der Bestand langsamer und schlechter nach. Das bedeutet langfristig sogar weniger Ertrag.

 

  1. Gibt es Unterschiede bei Wiesen- und Ackergrasschnitt zu beachten?

Ackergras muss höher geschnitten werden. Da es hier keine dichte Grasnarbe gibt, braucht es ausreichend Stoppelhöhe um Verschmutzung zu vermeiden.

 

  1. Was muss ich bei Kleegras- bzw. reinen Leguminosenbeständen beachten?

Ausreichend Schnitthöhe (bei Luzerne 8-10 cm) für sauberes Futter und schnelles Anwelken (Durchlüftung von unten). Um Bröckelverluste zu minimieren ist es wichtig das Erntegut schnell und mit möglichst wenigen Bearbeitungsschritten auf die gewünschte Trockensubstanz zu bekommen. Das Mähen in Breitablage ist hier zu empfehlen. Viel Rohprotein und sehr wenig Zucker, macht die Konservierung schwer. Besonders bei reinen Leguminosebeständen ist darum der Einsatz eines Siliermittels notwendig, um den hohen Futterwert zu sichern.

 

  1. Das Gras ist zu trocken. Was kann ich jetzt noch machen?

Unbedingt kürzer häckseln, um trotzdem eine gute Verdichtung zu erreichen. Bei sehr hohen Trockensubstanzen kann bis zu einer theoretischen Häckellänge von 1,5 cm runter gegangen werden. Außerdem empfiehlt sich der Einsatz von Siliermitteln um die Stabilität der Silage zu unterstützen.

 

  1. Das Gras ist allgemein eher zu nass. Was kann ich jetzt noch machen?

Gerade jetzt hoch mähen (mind. 8cm), da durch die Stoppeln das Erntegut auch von unten belüftet wird und besser trocknet. Theoretische Häcksellänge je nach Trockensubstanzgehalt bis max. 4 cm einstellen. Das Risiko einer Buttersäuregärung durch eine Kombination aus Silierbakterien und Siliersalz reduzieren.

 

  1. Was bringt mir der Einsatz von Siliermitteln?

Gras ist durch den hohen Gehalt an Rohprotein und den geringen Mengen an löslichen Kohlenhydraten von Natur aus eher schlecht silierbar. Dazu kommt, dass der natürliche Besatz an Milchsäurebakterien sehr variiert. Besonders bei Trockenheit und kalten Nächten, wie es vor dem ersten Schnitt der Fall ist, sind kaum natürliche Milchsäurebakterien auf dem Gras vorhanden. Das erschwert die erfolgreiche Silierung. Siliermittel sorgen dann für einen ausreichend hohen Besatz an Milchsäurebakterien, eine schnelle Senkung des pH-Wertes und dadurch für sicheres und schmackhaftes Grundfutter sowie gesunde und leistungsstarke Tiere.

 

  1. Ich habe immer wieder Probleme mit Nacherwärmung im Grassilo. Was kann ich dagegen tun?

Nacherwärmung ist ein Zeichen dafür, dass Hefen und Pilze im Silo nach der Öffnung aktiv sind und sich vermehren. Das passiert, wenn der pH-Wert nicht schnell genug gesunken und/oder allgemein zu hoch ist. Ursachen können unter anderem mangelhafte Verdichtung, zu wenige Bakterienbesatz oder zu kurze Silierdauer sein. Überprüfen Sie Punkte wie Häcksellänge, Feldliegezeiten, Verdichtung, Silierdauer sowie den Vorschub und ziehen Sie den Einsatz von Siliermitteln der Wirkungsrichtung 2 in Betracht.

 

  1. Wie verdichte ich richtig?

Von Anfang an, da sonst keine Tiefenwirkung vorhanden ist. Die Walzgeschwindigkeit bestimmt die Geschwindigkeit der gesamten Häckselkette! Für eine optimale Verdichtung sollte jede Grasschicht maximal 30 cm dick sein und mit 2,5 bis max. 4 km/h, 2 bis 4-mal gleichmäßig überfahren werden. Faustregel: Das Gewicht des Walzfahrzeugs entspricht einem Viertel der stündlichen Bergeleistung des Häckslers.

 

  1. Ich habe Probleme mit erhöhter Buttersäure. Was muss ich in Zukunft beachten?

Buttersäure ist das Produkt von Clostridien. Clostridien sind Bodenbakterien und werden meist über Schmutz in die Silage gebracht. Überprüfen Sie Ihre Schnitthöhe und die Einstellung von Zetter und Schwader (die Zinken dürfen den Boden nicht berühren). Zusätzlich wird durch eine starke Milchsäuregärung mit biologischen Siliermitteln die Aktivität von Clostridien und dadurch auch die Buttersäurebildung reduziert.

 

  1. Ich habe Schimmelnester erst ab etwa 30 cm unter der Oberfläche. Darüber ist alles super. Wie kann das sein?

Durch zu langes Nachwalzen entsteht dieses Phänomen. Der Reifendruck erreicht nur eine Tiefe von ca. 30 cm. Darum sollte beim Verdichten auch maximal 30cm hohe Schichten überfahren werden. Wenn zu lange auf der letzten Schicht gefahren wird, entsteht unter dieser Schicht ein Sogeffekt, in etwa wie bei einer Zieharmonika. Durch den Sogeffekt wird Luft in genau dieser Schicht eingesogen und es können Schimmelnester entstehen. Darum, je nach Silogröße, max. 0,5 bis 1 Stunde nachwalzen. Je trockener das Siliergut ist, desto kürzer nachwalzen!

 

  1. Ich habe starken Futtermangel und kann mein Silo keine 8 Wochen zu lassen. Was kann ich machen?

Silieren Sie einen Teil des Futters in Wickelballen. Auch ein kleines Behelfssilo ist eine Möglichkeit. Achten Sie dabei unbedingt auf ausreichend Vorschub. Das Hauptsilo sollte mindestens 8 Wochen Zeit haben zu silieren. Ihre Tiere werden es Ihnen mit hohen Futteraufnahmen und Leistungsfähigkeit danken!

 

  1. Wie kann ich auch nach der Silierung noch das Meiste aus dem Grundfutter holen?

Auch nach Abschluss des SIlierprozesses, nach Öffnung des Silos und wenn das Futter auf den Futtertisch kommt, gibt es Dinge zu beachten. Um das Risiko der Nacherwärmung zu reduzieren sollte eine glatte Anschnittfläche und ausreichend Vorschub gewährleistet sein. Im Sommer sollte pro Woche mindestens 2,5 m Vorschub realisiert werden. Beim Aufdecken in kleinen Schritten arbeiten und mit Sandsäcken als Querriegel Lufteintritt unter die Folie verhindern. Eine Labor-Analyse zeigt die Qualität der Silage hinsichtlich der Nährstoffe, der Verdaulichkeiten und des Gärsäuremusters. Zusätzlich kann so die optimale Ration mit der Silage erstellt werden. So holen Sie für Ihre Kühe das Meiste aus Ihrem Grundfutter.

 
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Sano Moderne Tierernährung GmbH