Fütterungsratgeber: Absetzphase Ferkel

Zuchtsauen & Ferkel

Ferkel in Absetzphase auf Arm von Landwirt.

Beim Absetzen werden die Saugferkel mit ca. 6 bis 8 kg von der Sau getrennt und in das Flatdeck eingestallt. Dies bedeutet erheblichen Stress für Ihre Ferkel, da sich gleich mehrere Faktoren ändern: die Umgebung, die Artgenossen, die Futter- und Tränketechnik, das Keimmilieu etc. Und das Ferkel muss sich nun komplett auf feste Nahrung umstellen. In der Absetzphase muss eine Überlastung des Verdauungssystems (Durchfall) vermieden werden. Denn nur gesunde Ferkel haben hohe tägliche Zunahmen. Absetzphase Ferkel und weitere umfangreiche Informationen erhalten Sie im Sano Fütterungskonzept für Zuchtsauen & Ferkel.


Für ein optimales Management in der Absetzphase gilt es daher folgende Kernfragen zu beantworten:


1.  Wie gelingt es, nach dem Absetzen Durchfälle und  einen Wachstumsknick zu vermeiden?

2.  Wie können auch in dieser sensiblen Phase hohe Zunahmen erreicht werden?

 

 

Absetzphase Ferkel - was wichtig ist

 

  • Der Absetzstarter muss eine geringe Säurebindungskapazität aufweisen, um lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen vorzubeugen.
  • Das Absetzfutter darf nur hochwertige Proteinträger enthalten, wie Milchprodukte, Sojaproteinkonzentrat, Kartoffeleiweiß, Darmmukosa und hydrolysierte Blutzellen.
  • Spezielle Galaktooligosaccharide (GOS) regen das Wachstum der Darmzotten an und fördern das Immunsystem.

 

Absetzen - Die kritische Phase in der Ferkelaufzucht

 

Um den Ferkeln diesen ohnehin schon schwierigen Übergang so einfach wie möglich zu gestalten, empfiehlt es sich, bereits drei bis vier Tage vor dem Absetzen die Ferkel an den Absetzstarter zu gewöhnen und mit der Fütterung schon im Abferkelstall zu beginnen. Damit der Futterwechsel problemlos funktioniert, muss der Absetzstarter dabei dieselben hochverdaulichen Komponenten enthalten wie das zuvor vorgelegte Beifutter (Brei/Prestarter). In den ersten drei Tagen wird von den Ferkeln wegen der Rangkämpfe und der Erkundung der neuen Umgebung (im Flatdeck) nur wenig gefressen. Dadurch sinkt die Produktion von Magensäure und Enzymen, denn:  Ist kein Futter vorhanden, werden auch keine Verdauungssäfte gebildet. In Folge dessen steigt der pH-Wert im Magen (Abb. 4) und die Verdauungskapazität sinkt.

 

 

Säurebindungskapazität - Vorbeugung gegen Durchfall

 

Ein zu hoher Magen-pH bedeutet, dass die aufgenommenen Futternährstoffe nicht vollständig abgebaut werden und den im Darm vorhandenen Bakterien (z. B. E. Coli) als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. Dies führt häufig zu lebensbedrohlichen Coli-Erkrankungen (Durchfall, Ödemkrankheit und Coli-Toxinschock; Abb. 5 und 6).  Es ist demnach sehr wichtig, dass Ihre Ferkel gleich nach dem Absetzen hochwertiges Futter aufnehmen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass das Absetzfutter gern gefressen wird, hochverdaulich ist und die Darmgesundheit Ihrer Ferkel fördert. Der Absetzstarter muss eine geringe Säurebindungskapazität aufweisen, damit wenig Salzsäure im Magen abgebunden wird. Auf diese Weise wird der pH-Wert im Magen gesenkt und das Verdauungssystem der Ferkel gefördert. Eine gesteigerte Nährstoffverdauung beugt lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen vor (Abb. 5 und 6).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine geringe Säurebindungskapazität (< 650 meq/kg) wird einerseits durch die Minimierung des Eiweiß-  und Mineralstoffgehaltes im Futter erreicht, da diese Inhaltsstoffe viel Säure binden. Des Weiteren spielt  die Auswahl der mineralischen Komponenten eine wichtige Rolle. So weisen die Calciumquellen, bei denen das Calcium an eine Säure gebunden ist (Calcium butyrat, Calciumformiat), eine geringere Säurebindungs kapazität auf als Calciumcarbonat.


Zudem muss der Absetzstarter freie organische Säuren enthalten, die den pH-Wert im Futter und im Magen absenken. Das erhöht die Verdaulichkeit des Futters und beugt damit Verdauungsstörungen vor.

 

Hochverdauliche Komponenten - Ferkel Absetzphase

 

Der Absetzstarter muss aus hochverdaulichen Komponenten ohne schädigende Inhaltsstoffe zusammengesetzt sein. Das bedeutet in erster Linie, dass in der Absetzphase ganz auf Sojaextraktionsschrot verzichtet werden muss, da dieses sogenannte antinutritive Inhaltsstoffe (Enzyminhibitoren, Allergene) enthält (s. Tabelle), die die Verdauungsvorgänge und die Gesundheit Ihrer Absetzferkel beeinträchtigen. Das Immunsystem Ihrer Ferkel wird durch diese antinutritiven Inhaltsstoffe beansprucht, was zum Zeitpunkt des Absetzens gefährlich ist, da Ihre Ferkel gerade jetzt am geringsten geschützt sind. Dies ist der Fall, weil die aktive Immunität noch nicht vollständig aufgebaut ist, die Antikörper der Muttermilch (passive Immunität) jedoch schon abgebaut sind.

 

Das Absetzfutter darf aus diesem Grund kein Sojaextraktionsschrot enthalten, sondern nur hochwertige Proteinträger wie Milchprodukte, speziell behandeltes Sojaproteinkonzentrat, Kartoffeleiweiß, Darmmukosa und hydrolysierte Blutzellen. Hydrolysierte Blutzellen und Proteinhydrolysat aus Darmukosa sind hochwertige Lieferanten von tierischem Protein und haben deshalb das optimale Aminosäuremuster. Zusätzlich sind biogene Wirkstoffe enthalten, welche das Immunsystem fördern. Durch die ausgezeichnete Eiweißqualität und hohe Verdaulichkeit werden Stoffwechsel und Verdauungssystem entlastet. Damit  schonen Sie das Immunsystem Ihrer Ferkel und verbessern deren Gesundheit und Leistungsbereitschaft. Denn: Die Energie und das Eiweiß, welches für die Erzeugung von Antikörpern benutzt wird, steht nicht mehr für Wachstum und Leistung zur Verfügung.  

 

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