Fütterungsratgeber: Geburtsvorbereitung Sau

Zuchtsauen & Ferkel

Landwirt der Sau in der Geburtsvorbereitung im Stall reinigt.

In der Geburtsvorbereitung bei Sauen muss die Ernährung ganz auf optimale Geburtsabläufe sowie auf die Gesundheit der Sauen und der neugeborenen Ferkel ausgerichtet sein. Geburtsvorbereitung Sau: In dieser Phase ist es wichtig, bei den Sauen

1. die Calciummobilisierung zu trainieren,

2. die Darmaktivität zu fördern,

3. bakterielle Fehlfermentationen im Darm zu verhindern.


In der Praxis wird kurz vor der Geburt, technisch bedingt, oft schon die Laktationsmischung gefüttert. Durch die hohen Eiweiß- und Calciumgehalte und die niedrigere Rohfaserkonzentration erfüllt das Säugefutter die Anforderungen an ein Geburtsfutter jedoch nur sehr eingeschränkt. Verstopfungen, MMA-Erkrankungen, schwerere Geburten und erhöhte Ferkelverluste sind mögliche Folgen. Erhalten Sie alle Informationen auch in unserem umfangreichen Fütterungskonzept für Zuchtsauen & Ferkel.


Für ein optimales Management in der Geburtsvorbereitung gilt es daher folgende Kernfragen zu beantworten:

1.  Wie gelingt es, schnelle, leichte Geburten mit vielen lebend geborenen Ferkeln zu erreichen?

2.  Welche Strategien gibt es, um MMA-Erkrankungen zu verhindern?

 

Geburtsvorbereitung Sau: Was wichtig ist

  • Auch hochtragende Sauen, die schon im Abferkelabteil sind, benötigen ausreichende Mengen Rohfaser.
  • Je geringer der Basenüberschuss im Futter, desto geringer der Harn-pH und damit das Risiko für Mastitis und Metritis.
  • Die antioxidativ wirkenden Vitamine E und C stärken die Abwehrkräfte, erhöhen die Widerstandskraft gegen Krankheiten und fördern einen schnellen Geburtsverlauf.
  • Füttern Sie 50 % Tragefutter und 50 % Säugefutter  für eine verbesserte Calciummobilisierung, einen optimalen Rohfasergehalt, zur Verhinderung von Eiweißüberschüssen und zur Senkung des Basenüberschusses.

 

So füttern Sie Ihre Sauen in der Geburtsvorbereitungsphase optimal: 

 

Stallen Sie Ihre Sauen, nach einer gründlichen Wäsche, bereits eine Woche vor dem geplanten Geburtstermin in das gereinigte und desinfizierte Abferkelabteil ein. Dies hat außerdem den Vorteil, dass sich die Sauen und deren Immunsystem an die neue Umgebung gewöhnen können. So bildet die Sau speziell auf die Umgebung abgestimmte Antikörper, die nach der Geburt die Ferkel über die Biestmilch schützen. Auch Ihre hochtragenden Sauen benötigen ausreichende Mengen Rohfaser, damit die Verdauung optimal abläuft. Fehlt Rohfaser, kann es zu Verstopfungen mit schwerwiegenden Folgen kommen. Denn dann können Giftstoffe, die von Bakterien im Darm der Sauen gebildet werden, leicht in den Blutkreislauf übertreten und so zu Gesäugeentzündungen (Mastitis) und Milchmangel (Agalaktie) führen. Zudem öffnen sich kurz vor dem Abferkeln die Geburtswege der Sauen. Krankmachende Keime können dadurch leicht in die Gebärmutter eindringen und Gebärmutterentzündungen (Metritis) hervorrufen.

 

MMA­-Prophylaxe

 

Setzen Sie Komponenten mit einem negativen Basenüberschuss ein. Je kleiner der Basenüberschuss, desto geringer ist der Harn-pH-Wert der Sauen (Abb. 3). Die Ansäuerung senkt nachweislich den Keimgehalt im Harn und verringert so das Risiko vaginaler Infektionen und damit das Auftreten von Mastitis und Metritis. Mit diesen Maßnahmen leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung gegen MMA-Erkrankungen (Abb. 4). Mit Lignocellulose als Rohfaserträger und einer Mischung aus sauren Komponenten beugen Sie wirksam gegen MMA vor.


Durch die Wahl der Futterkomponenten können Sie den Basenüberschuss Ihrer Mischung für die Tragezeit und die Geburtsvorbereitung steuern:

Vermeiden Sie calcium- und damit basenreiche  Komponenten wie Di- bzw. Tricalciumphosphat.  Vermeiden Sie unbedingt Proteinüberschüsse, da  auch hohe Mengen Sojaextraktionsschrot das  Futter basischer machen.


Geburtsvorbereitung Sau: Aminosäuren

 

Den Sojaextraktionsschrotgehalt reduzieren können Sie durch die Zugabe höherer Gehalte an kristallinen Aminosäuren. Die Vorteile der Fütterung einzelner erstlimitierender Aminosäuren:


1.  Während Protein (z. B. aus Sojaextraktionsschrot) einen hohen Basenüberschuss aufweist (siehe Tabelle oben), wirken die einzelnen Aminosäuren dagegen sogar ansäuernd. Damit tragen Aminosäuren dazu bei, einen negativen Basenüberschuss im Futter zu erreichen.


2.  Die vitaminähnliche Substanz L-Carnitin ist wichtig für die Energieumsetzung in den Zellen der Sauen. Der Stoffwechsel der Schweine kann L-Carnitin aus Methionin und Lysin selbst herstellen. Der Zusatz von L-Carnitin über das Futter hat sich jedoch bewährt, um den Stoffwechsel zu entlasten, mehr Methionin und Lysin für das (Embryonen-)Wachstum zur Verfügung zu haben und den Energiestoffwechsel der Sauen direkt zu fördern.

 

 

Vitamine

 

Die antioxidativ wirkenden Vitamine E und C sind  kurz vor und rund um die Geburt besonders wichtig  zur Unterstützung des Immunsystems der unter Stress  stehenden Sauen. Die Vitamine stärken die Abwehrkräfte, erhöhen die Widerstandskraft gegen Krankheiten und fördern einen schnellen Geburtsverlauf.


Speziell für die Herausforderungen rund um die Geburt hat Sano ein Konzept entwickelt, das die besonderen Anforderungen dieser Phase erfüllt:


Da Ihre Sauen an das Geburtsfutter hohe Anforderungen stellen und die Fütterung so einfach wie möglich sein soll, empfiehlt das Sano Konzept im Zeitraum sieben Tage vor bis drei Tage nach dem Abferkeln zwei Optionen:


1. Säugemischung

  • 2,5 kg Futter täglich je Sau
  • Senken Sie die Futtermenge im Zeitraum zwei Tage vor bis drei Tage nach der Abferkelung auf täglich 2,0 kg ab.
  • Die Fütterung der Säugemischung ist aus ernährungsphysiologischer Sicht nur bedingt zu empfehlen und meist technisch sowie durch den geringeren Arbeitsaufwand bedingt.


2. 50 % Säugemischung + 50 % Tragemischung

  • 3,0 bis 3,5 kg Futter täglich je Sau
  • Die 1,5 bis 1,75 kg des Säugefutters werden automatisch durch die im Abferkelstall vorhandene  Fütterungstechnik einmal täglich dosiert.
  • Die 1,5 bis 1,75 kg des Tragefutters werden einmal täglich per Hand vorgelegt.
  • Für optimale Geburtsabläufe füttern Sie zusätzlich 10 bis 15 g StabiloSan® täglich.
  • Senken Sie die Futtermenge im Zeitraum zwei Tage vor bis drei Tage nach der Abferkelung auf täglich 2,5 bis 3,0 kg ab.
  • Achten Sie darauf, dass die Sauen in dieser Phase genügend Wasser aufnehmen (können).


Die Fütterungsstrategie 50 % Säugemischung +  50 % Trage mischung erfüllt folgende Voraussetzungen:

  • Geringer Calciumgehalt für eine verbesserte  Calciummobilisierung
  • Optimaler Rohfasergehalt zur Förderung der Darmaktivität
  • Kein Eiweißüberschuss zur Verhinderung von  Fehlfermentationen im Darm (weniger MMA und Saugferkeldurchfälle)
  • Saure Komponenten zur Senkung des Basenüberschusses im Futter
  • Alle Komponenten der laktierenden Mischung für eine hohe Verdaulichkeit

 

Alle Informationen zur Geburtsvorbereitung Sau finden Sie hier >>

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