Fütterungsratgeber: Laktation

Milchkuh

Milchkühe in der Laktation im Melkstand

In der Laktation ist es – vor allem bei hohen Milchleistungen – sehr wichtig, dass die Kühe viele Nährstoffe aufnehmen und diese auch optimal umsetzen, um hohe Milchleistungen, gute Milchinhaltsstoffe, eine gute Fruchtbarkeit und die Gesundheit der Tiere zu gewährleisten.

 


Für ein optimales Management in der Phase der Laktation gilt es daher folgende Kernfragen zu beantworten:

1.  Wie gelingt es, eine hohe Milchleistung und hohe Milchinhaltsstoffe zu „erfüttern“?

2.  Wie werden Fruchtbarkeit, Klauen- und Eutergesundheit gefördert?

3.  Welche Stellschrauben gibt es, um einen hohen Erlös nach Futterkosten zu erzielen?

 

Zusammenhänge in der Laktation

 

  • Die höchste Pansenbiomasse und damit mehr Milch erreichen Sie, wenn alle Energie- und Eiweißkomponenten optimal synchron sind.
  • Mit jedem Liter Milch verliert die Kuh 10 g Rohasche. Deshalb gilt: Jeden Tag 10 g Mineralfutter pro Liter Milch füttern.
  • Mit einer bedarfsorientierten, gezielten Nährstoff- und Wirkstoffversorgung können Krankheitsbilder effektiv vermieden werden.
  • Sano arbeitet mit dem Rationsberechnungsprogramm AMTS. So können wir die Nährstoffversorgung und Pansensynchronisation noch genauer berechnen.
  • AMTS kann Ihre Ration betriebsindividuell so optimieren, dass Sie einen höheren IOFC (Income over Feed Cost = Erlös nach Futterkosten) erreichen.

 


Milchleistung und Milchinhaltsstoffe

 

Der Grundstein für eine erfolgreiche Laktation wird bereits in der Trockenstehzeit mit dem Sano Fütterungskonzept für die Trockensteher gelegt. Jede Komponente jeden Tag zu füttern bedeutet, den Pansen immer auf 100 % Leistung zu halten. Deshalb muss das Laktationsfutter bestimmte Kriterien erfüllen:


1.  Das Grundfutter in der Laktation muss qualitativ hochwertig sein. Vermeiden Sie Nährstoffverluste und Nachgärungen. Behandeln Sie Ihr Grundfutter vor dem Silieren mit einem Siliermittel, z. B. Labacsil Duo®.

2.  Das Futter muss gut riechen und gut schmecken, damit die Kühe ab Laktationstag 30 mindestens 22 kg Trockensubstanz täglich aufnehmen.

3.  Das Futter darf weder zu feucht noch zu trocken sein. Die höchste Futteraufnahme wird bei 42 bis 50 % Trockensubstanz in der TMR erreicht.

4.  Mischen Sie alle Komponenten, die gefüttert werden, sehr gut in die Ration ein, damit die Kuh in der Laktation nicht selektieren kann.

5.  Gestalten Sie die Ration wiederkäuergerecht (laktierende Kühe: ca. 55 ± 5 Kauschläge/Bissen).

6.  Die Komponenten der Ration müssen ganzjährig verfügbar sein.

7.  Die Nährstoffe des Futters müssen aufeinander abgestimmt sein. Das bedeutet: Das Verhältnis von Energie zu den anderen Nährstoffen muss stimmen.

8.  Mit leichtem Proteinüberschuss in der Ration – besonders im letzten Laktationsdrittel – mindern Sie die Verfettungsgefahr und fördern die Körperkondition.

9.  Das Futter muss den Stoffwechsel der Tiere anregen und ihm Mineralien, Spurenelemente und  Vitamine zurückgeben, die über die Milch verloren gegangen sind: Ein Liter Milch enthält ca. 10 g Rohasche. Die Rohasche setzt sich aus Mengenelementen (wie z. B. Calcium), Spurenelementen und Vitaminen zusammen. Deshalb gilt: Jeden Tag 10 g Mineralfutter pro Liter Milch füttern.

10.  Bieten Sie Futter und Wasser zur freien Verfügung an.


Merke: Die Pansenleistung ist dann optimal, wenn die Mikrobenbiomasse am höchsten und das Pansenmilieu genau an die Bedürfnisse der Mikroben angepasst ist. Die höchste Mikrobenbiomasse erreichen Sie, wenn die Ration optimal synchron ist. Das bedeutet, alle Nährstoffe liegen zur selben Zeit in gleichbleibenden Gehalten im Pansen vor. Auch passen langsam, mittel und schnell abbaubares Rohprotein und langsam, mittel und schnell abbaubare Energie zusammen. Zusätzlich muss für eine gute Rohfaserverdauung ausreichend Zucker vorhanden sein. Passend zum Zuckergehalt benötigen die Mikroorganismen zudem schnell verfügbare Stickstoffquellen als „Nahrung“. Das Pansenmilieu ist optimal für die Mikroben, wenn der pH-Wert dauerhaft etwas über 6 liegt und kein Sauerstoff vorhanden ist.

 

Laktation: Euter- und Klauengesundheit, Fruchtbarkeitsstimulation

 

Um das Leistungspotenzial Ihrer Tiere in der Laktation optimal zu gewährleisten, müssen Krankheitsbilder vermieden werden. Dazu gilt es, Folgendes zu beachten:


1.  Fördern Sie die Eutergesundheit mit einer Kombination aus Vitamin E und Selen, Niacin und Zink (Wirkstoffkomplex Mastitisan®). Damit und  mit einem optimalen Hygiene- und Melktechnikmanagement senken Sie effektiv die Zahl der  Mastitisfälle und den Zellgehalt Ihrer Tankmilch.


2.  Unterstützen Sie die Klauengesundheit mit der Kombination aus Biotin, Zink, Kupfer und Schwefel (Wirkstoffkomplex Kerasan®). Damit, mit passenden Böden im Stall und mit einem optimalen Klauenpflegemanagement reduzieren Sie wirkungsvoll die Zahl der Klauenerkrankungen in Ihrer Herde in der Laktation.


3.  Stimulieren Sie die Fruchtbarkeit mit einer Kombination aus Vitamin A, Vitamin E, Selen, Mangan und Zink (Wirkstoffkomplex Fertisan®). Damit und mit einer hohen Energieversorgung für einen passenden Blutzuckerspiegel zur Stimulation des Eisprungs und des Einnistens verbessern Sie den Besamungserfolg.


Hoher Erlös nach Futterkosten

 

Der Erlös nach Futterkosten (Income over Feed Cost, IOFC) ist eine wichtige Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit des Futtereinsatzes für die erzeugte Milchleistung.

Der IOFC berechnet sich wie folgt:


IOFC =  (Milchpreis × Milchmenge/Kuh und Tag)

         –  (Futterkosten/Kuh und Tag)


Da Fütterung, Futterkosten und Milchleistung von Betrieb zu Betrieb variieren, ist der IOFC für jeden Betrieb individuell zu berechnen. Zusätzlich ist der IOFC auch vom schwankenden Milchpreis und den  variierenden Futterkosten abhängig. Unabhängig von Milchpreis, Milchleistung und Futterkosten sollte der IOFC immer so hoch sein wie möglich. Denn aus dem IOFC generiert der Milchviehbetrieb sein Einkommen.


Einen hohen IOFC können Sie durch Anpassungen der Futterkosten (Futterkomponenten) und der Milchleistung erreichen:

  • Setzen Sie nur qualitativ hochwertige Komponenten ein, denn jede Komponente im Futter, die die Ration nicht aufwertet, kostet Geld. Jede Komponente, die die Ration aufwertet, bringt mehr Milch und damit auch mehr Geld.
  • Rationsgestaltung: Wo lohnt sich der Zukauf, wo  eher die Verwendung von Komponenten aus eigenem Anbau? Welche Kraftfutterkomponenten sind in  welchen Mengen für das Potenzial Ihrer Herde, für Ihr Grundfutter und für Ihre Gegebenheiten am  Hof sinnvoll?
  • Gestalten Sie die Ration so einfach wie möglich. So sinkt der Arbeitsaufwand beim Füttern und mögliche Fehler werden vermieden.

 

Lesen Sie hier mehr über die Phase der Laktation im Fütterungskonzept für Milchkühe.

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