Fütterungsratgeber: mehr Milch

Milchkuh

Impression Kühe im Melkstand

Erfahren Sie in diesem Beitrag wie Sie mehr Milch in Ihren Tank bekommen unter Betrachung von Milchleistung, Futteraufnahme, Engergiebilanz, Immunsystem und Wirtschaftlichkeit.

 

Milchleistung

 

An der Form der Laktationskurve lassen sich Potenziale zur Leistungssteigerung und Optimierung der Herde identifizieren. Ein aussagekräftiger Punkt  ist der Laktationsgipfel (PEAK). Die Höhe und der Zeitpunkt des Peaks geben z. B. Aufschluss über die Laktationsleistung LL (LL = Peak kg × 200) bzw. die potenzielle Laktationsmehrleistung LM (LM = Steigerung Peak kg × 200). So erreicht beispielsweise eine Kuh mit Peak bei 60 kg Tagesmilchmenge und optimaler Persistenz eine voraussichtliche Laktationsleistung (LL) von 60 × 200 = 12.000 kg Milch. Ein verzögerter Anstieg der Laktationskurve (Peak >> 60. Tag in Milch) oder ein zu flacher Peak weist auf Stoffwechselstörungen wie z. B. Ketose oder Calciummangel bzw. auf Erkrankungen wie Mastitis, Metritis und Nachgeburtsverhaltungen hin.


Futteraufnahme

 

Die Trockenmasseaufnahme ist eng verknüpft mit der Milchleistung und dem Lebendgewicht der Kuh und wird stark durch deren Gesundheitsstatus beeinflusst. Über die Trockenmasseaufnahme und die Milchleistung wird die Futtereffizienz – kg Milch je kg Futter TM – berechnet.


Energiebilanz & DCAB

 

Der uneinheitliche Anstieg von Milchleistung und Trockenmasseaufnahme zu Laktationsbeginn ist die Ursache für die anfängliche negative Energiebilanz (NEB). Die Höhe und Dauer der NEB ist durch die Gestaltung der Futterration und den Einsatz von  Futterfetten steuerbar. Die Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB) beschreibt das Verhältnis zwischen den  Kationen (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium)  und den Anionen (Chlor, Schwefel, Phosphat) in der gefütterten Ration. Leistungsphasenabhängig ist für die Kuh eine positive (Laktation) oder negative DCAB (Trockenstehphase) optimal. Das gefütterte Fettsäuremuster bzw. die Omega-Balance (Ω-Balance) trägt  entscheidend zur Milchleistung der Kuh, Fruchtbarkeit und zur Ausprägung eines stabilen Immunsystems bei.  Die optimale Balance zwischen Omega-6- und  Omega-3-Fettsäuren ist ebenfalls abhängig von Tiergesundheit, Körper kondition und Leistungsphase. Sie beeinflusst direkt entzündungs fördernde und entzündungshemmende Regulationsprozesse zur Vorbeugung z. B. von Metritis, Nachgeburtsverhaltung, Ketose und Mastitis.


Immunsystem

 

Die körpereigenen biologischen Abwehrmechanismen (Immunsystem) der Kuh umfassen ein komplexes Netzwerk aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülstrukturen. Die Ausprägung und Aktivität des Immunsystems kann vor allem durch die korrekte  Rationszusammensetzung erfüttert werden. Denn auch für die Kuh gilt der Satz: „Man ist, was man isst!“ Alle genannten Parameter tragen entscheidend zur nachhaltigen Leistungssteigerung (mehr Milch) und Wirtschaftlichkeit Ihrer Herde bei. Bei konstanter Überwachung dieser Parameter bekommen Sie mehr Milch in den Tank und Ihre Herde kann Top-Leistungen von > 2,7 kg Fett  + Eiweiß pro Kuh und Tag erreichen.


Wirtschaftlichkeit

 

Die Länge der Laktationskurve hingegen ist ein entscheidendes Kriterium zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Sie zeigt den Anteil der Kühe auf, die aufgrund ihres fortgeschrittenen  Laktationsstadiums Mehrkosten verursachen. Je niedriger der Laktationstag, desto höher ist der Erlös nach Futterkosten aus der Milchproduktion (IOFC). Auch steigt mit sehr hohem Laktationstag das Risiko der Überkonditionierung (zu hoher BCS) der Kuh, wodurch Stoffwechselerkrankungen in der Folgelaktation vorprogrammiert sind. Der Schlüssel für mehr Milch im Tank und die angemessene Länge der Laktationskurve ist neben der Fütterung ein gutes Reproduktionsmanagement (z. B. freiwillige Wartezeit und durchschnittlicher Herdenlaktationstag).

 

Laktationsverlauf - mehr Milch

 

 

Erhalten Sie weitere Informationen wie Sie mehr Milch von Ihren Milchkühen produzieren lassen können im Fütterungskonzept.

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