Fütterungsratgeber: Säugephase Ferkel

Zuchtsauen & Ferkel

Ferkel Säugephase bei Ferkelfütterung.

In der Säugephase müssen die Ferkel hohe Absetzgewichte erreichen, um in der weiteren Ferkelaufzucht widerstandsfähig zu sein und hohe Zunahmen zu erreichen. Essentiell ist dabei, dass die Ferkel ausreichend Sauenmilch erhalten. Bei Würfen von 13, 14 und mehr Ferkeln reicht die Milchleistung der Sau oftmals nicht mehr aus. Hier dient die Beifütterung von Ferkelmilch, Ferkelbrei und/oder Prestarter dazu, die ausreichende Versorgung aller Ferkel zu unterstützen und die Sau zu entlasten. Zusätzlich sollen die Saugferkel auch an festes Futter gewöhnt werden, um das Absetzen sicher und ohne Verluste zu gestalten. Säugephase Ferkel - jetzt alle umfangreichen Informationen im Sano Fütterungskonzept für Zuchtsauen & Ferkel lesen!

Für ein optimales Management in der Säugephase gilt es daher folgende Kernfragen zu beantworten:


1.  Wie gelingt es bei großen Würfen hohe Absetzgewichte  zu erreichen?

2.  Säugephase Ferkel: Welche Möglichkeiten gibt es, die Ferkel in dieser Phase schon an festes Futter zu gewöhnen?

 

 

Säugephase Ferkel - was wichtig ist:

 

  • Nutzen Sie bei großen Würfen zusätzlich Saugferkelbeifutter, am besten in flüssiger oder breiiger Form. Durch zusätzliche Milch- bzw. Breigaben können Sie mehr Ferkel pro Wurf erfolgreich aufziehen und die Absetz gewichte steigen.
  • An die Verdauung von festem, stärkehaltigem Futter müssen Saugferkel langsam gewöhnt werden, damit sie am Ende der Säugephase sicher abgesetzt
  • werden können. Deshalb ist es wichtig, die Ferkel schon frühzeitig anzufüttern.
  • Um abrupte Futterwechsel zum Absetzen zu vermeiden, drei bis vier Tage vor dem Absetzen das  Beifutter (Brei oder Prestarter) mit der Absetzmischung verschneiden oder schon komplett auf  das Absetz futter umstellen.

 

Biestmilchversorgung - Säugephase Ferkel

 

Ein Ferkel hat nach der Geburt nur geringe Energiereserven und unterkühlt schnell. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die frisch geborenen Ferkel schnell an das Gesäuge finden, um sich eine milchreiche Zitze zu sichern und in ihr warmes Ferkelnest zu gelangen. Sind Ihre Ferkel fit und vital, können sie sich auch eher vor der sich niederlegenden Sau retten. Kurz nach der Geburt der Ferkel ist vor allem die frühzeitige Aufnahme von Biestmilch der entscheidende Erfolgsfaktor. Die Biestmilch enthält Abwehrstoffe, sogenannte Immunglobuline oder Antikörper, die das Ferkel vor lebens bedrohenden Krankheiten (Verdauungsstörungen, Atemwegserkrankungen, Gelenkentzündungen etc.) schützen. Das Ferkel kommt ohne eigene Immunabwehr zur Welt und ist sofort einer Vielzahl von Krankheitserregern ausgesetzt. Ab der zweiten Lebenswoche entwickelt sich das körpereigene aktive Immunsystem des Ferkels. Somit ist es die erste Zeit nach der Geburt vollständig auf den Schutz durch die in der Biestmilch enthaltenen Abwehrstoffe angewiesen.

Wichtig ist hierbei die frühzeitige Aufnahme der Biestmilch, da

1.  die Fähigkeit der Ferkel, diese Abwehrstoffe aus dem Darm ins Blut zu absorbieren, bereits 6 Stunden nach der Geburt deutlich absinkt und spätestens nach 24 Stunden beendet ist,

2.  der Immunglobulingehalt in der Sauenmilch nach der Geburt schnell absinkt und sich innerhalb von 12 Stunden halbiert.


Bei Jungsauen kommt erschwerend hinzu, dass die Antikörperkonzentration in der Biestmilch insgesamt geringer ist als bei Altsauen. Im Optimalfall sollte ein Ferkel direkt nach der Geburt 200 ml Biestmilch aufnehmen. Dies ist oftmals  schwierig, da insbesondere die zuletzt geborenen  Wurfgeschwister erst spät Biestmilch aufnehmen  können, die weniger Immunglobuline enthält als bei den Erstgeborenen. Leidet eine Sau zusätzlich noch an Milchmangel bzw. MMA, ist eine ausreichende Biestmilchaufnahme nicht mehr gewährleistet. Dies hat Konsequenzen für die Zukunft des Ferkels: Unzureichend mit Biestmilch versorgte Ferkel bilden später auch eine schlechtere aktive Immunität aus. Diese Ferkel sind besonders anfällig gegenüber Krankheiten und Verdauungsstörungen.  Sie bleiben in der Entwicklung zurück und stellen ein Risiko für andere, gesunde Ferkel dar. Die Folgen: Die Verlustrate in der Säuge- und Absetzphase steigt und die Leistung der Ferkel geht zurück. Das heißt, je besser die passive Immunität über die Biestmilch ausgebildet wird, desto weniger anfällig sind Ihre Ferkel gegen lebensbedrohende Krankheiten bis in die Aufzuchtphase. Sorgen Sie also dafür, dass Ihre Sauen ausreichend Milch geben, intakte Zitzen aufweisen und dass die  Ferkel direkt nach der Geburt an die Zitzen gelangen.

 

Sauenmilch & Beifutter 

 

Hauptnahrungsmittel für Ferkel in den ersten 21 bis 28 Lebenstagen ist die Sauenmilch. Damit diese in ausreichender Menge und mit besten Inhaltsstoffen von der Sau gebildet wird, ist die Fütterung der Sauen von enormer Bedeutung. Nutzen Sie bei großen Würfen zusätzlich Saugferkelbeifutter, am besten in flüssiger oder breiiger Form. So entlasten Sie Ihre Sauen und senken die Saugferkelverluste. Durch zusätzliche  Milch- bzw. Breigaben können Sie mehr Ferkel pro Wurf erfolgreich aufziehen und die Absetzgewichte steigen.

 

Enzymtraining zur Gewöhnung an festes Futter

 

In den ersten Lebenswochen bildet das Ferkel hohe Mengen des Enzyms Laktase. Damit kann es den Milchzucker (Laktose) der Sauenmilch optimal verdauen. Die Produktion der Laktase sinkt mit steigendem Alter der Tiere (Abb. 1). Auch die Lipaseproduktion zur Fettverdauung ist beim Saugferkel gut ausgebildet, da die Sauenmilch viel Fett enthält. Das Enzymsystem des Ferkels ist also optimal auf die Verdauung von Milch ausgelegt.
 
An die Verdauung von festem, stärkehaltigem Futter jedoch müssen die Saugferkel langsam gewöhnt  werden, damit sie am Ende der Säugephase sicher abgesetzt werden können. Deshalb ist es wichtig, die Ferkel schon frühzeitig (ab dem 3. Lebenstag) anzufüttern. Die Aufnahme von Festfutter steigert dabei  die Produktion von Salzsäure im Magen und von Verdauungsenzymen im Dünndarm (Amylasen, Proteasen, Lipasen; Abb. 1).

 


Nur mit Hilfe dieser Enzyme kann das Ferkel pflanzliche Nahrung verdauen. Außerdem wird die Entwicklung der Darmzotten gefördert. Das Anfüttern der Ferkel in der Säugephase hat also zwei wichtige Funktionen:

1.  Die Ferkel gewöhnen sich langsam an feste Nahrungsbestandteile und richten ihr Verdauungssystem auf den Abbau pflanzlicher Nährstoffe aus (Enzymtraining).

2.  Die Ferkel werden zusätzlich mit hochverdaulichen Nährstoffen versorgt. Dadurch wird ein sanfter Übergang von der Milch zu fester Nahrung gewährleistet, was das Absetzen erleichtert und Wachstumsstörungen sowie Ferkelverluste durch fütterungsbedingte Verdauungsstörungen reduziert.

Auch werden durch das Enzymtraining die täglichen Zunahmen und die Futterverwertung bis in die Ferkelaufzucht verbessert (Abb. 2).  

 

 

 

Säugephase Ferkel - Beifutter für hohe Absetzgewichte

 

Zudem wird die Sau durch die Beifütterung der Ferkel entlastet und Ferkel an schlechteren Zitzen haben die Möglichkeit, zusätzlich Nahrung aufzunehmen. So bleiben sie im Wachstum nicht zu stark hinter den anderen Wurfgeschwistern zurück. Auch die aufgenommene Menge des Beifutters ist von Bedeutung für die spätere Aufzuchtleistung. So werden die täglichen Zunahmen in der Aufzucht durch eine hohe Beifutteraufnahme in der Säugephase gefördert (Abb. 3).
 
Bieten Sie Ihren Saugferkeln deshalb so früh wie  möglich mehrmals täglich frisches Beifutter an. Um abrupte Futterwechsel zum Absetzen zu vermeiden, hat es sich bewährt, drei bis vier Tage vor dem Absetzen das Beifutter (Brei oder Prestarter) mit der Absetzmischung zu verschneiden oder schon komplett auf das Absetzfutter umzustellen.


Anforderungen an das Beifutter

Milch, Brei, Prestarter Eine Ferkelmilch muss in der Zusammensetzung  ähnlich wie die Sauenmilch sein und sollte nur hochverdauliche Komponenten enthalten. Sehr wichtig für das Wachstum sind hochverdauliches Eiweiß mit optimalem Aminogramm und die schnelle Gewöhnung der Verdauung an Festfutter. Ebenfalls bewährt hat sich der Einsatz von Probiotika zur Verbesserung der Darm gesundheit. Ein Ferkelbrei sollte alle Komponenten einer Ferkelmilch enthalten. Eine zusätzliche Quelle für hoch wertiges Eiweiß sind hydrolysierte Blutzellen und  Molkeneiweißpulver. Diese sind dem körpereigenen Protein der Ferkel sehr ähnlich und liefern damit ein optimales Aminosäuremuster für einen hohen Gewichtszuwachs. Studien zeigen, dass spezifische, im Dünndarm unverdauliche Galaktooligosaccharide (GOS) den Mikroorganismen im Enddarm als Nahrung dienen und damit das Wachstum der Darmzotten verbessern und gleichzeitig die Vermehrung von Schadkeimen unterdrücken. Ein Prestarter muss den hohen Anforderungen der Saugferkel gerecht werden und neben leichtverdaulichen Milchbestandteilen, an die das Ferkel schon gewöhnt ist, hochverdauliche und aufgeschlossene Stärkekomponenten enthalten, die das Enzymsystem Ihrer Ferkel fördern. Außerdem sollten effektive Säurekomponenten für einen erleichterten Verdauungsprozess enthalten sein.

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