Fütterungsratgeber: Tränkephase

Kälber & Jungvieh

Kalb im Iglu das an der Tränke trinkt.

Nach der Biestmilchphase erhalten die Kälber in der Tränkephase täglich 6 bis 8 Liter Kälbermilch und zusätzlich Kälberstarter zur freien Verfügung. In dieser Phase der Kälberaufzucht stehen die Kälbergesundheit und eine rasche Entwicklung zum Wiederkäuer im Vordergrund. Durchfälle und andere lebensbedrohende Krankheiten müssen vermieden, Kälberverluste auf ein Minimum reduziert werden. Deshalb werden an Kälbermilch und Kälberstarter besonders hohe Ansprüche gestellt. Im Sano Fütterungskonzept für Kälber & Jungvieh erhalten Sie alle wertvollen Informationen. 

 

Erhalten Sie alle Informationen rund um die richtige Fütterung von Kälbern hier im Sano Fütterungskonzept.

 

Kälber sollen in der Tränkephase möglichst viel Kälberstarter und wenig Grundfutter aufnehmen, weil durch den Kälberstarter die Entwicklung der Pansenzotten deutlich besser gefördert wird als durch Grundfutter. Den Kälbern muss unbedingt immer genügend Wasser gegeben werden, um die Festfutteraufnahme zu steigern. Erst nach der Tränkephase wird durch die Aufnahme größerer Mengen Grundfutter – also Silage, Heu und Stroh – die Größe des Pansens (Pansenvolumen) entwickelt. Für ein optimales Management in der Tränkephase gilt es daher folgende Kernfragen zu beantworten:

1.  Wie gelingt es, eine schnelle Entwicklung des Pansens  und eine gute Ausbildung der Pansenzotten zu erreichen?

2.  Wie können hohe tägliche Zunahmen erreicht werden?

3.  Welche Stellschrauben gibt es, um Kälberverluste zu  vermeiden?

 

Ihre Ziele in der Laktaktion:

  • Hohe tägliche Zunahmen
  • Schnelle Pansenentwicklung mit geringen Aufzuchtkosten
  • Vermeidung von Kälberverlusten

 

Was in der Tränkephase wichtig ist:Tränkemanagement und Pansentrinken

Die Biestmilch ist sehr wichtig, aber sie ist nicht alles. Eine große Bedeutung für die Gesundheit und Entwicklung hat auch die Fütterung der Kälber in der Tränkephase mit Milchaustauscher.

Die Verdauung der Milch erfolgt im Labmagen. Damit die Milch über den Pansen hinweg „sauber“ in den  Labmagen geleitet werden kann, bildet sich beim  Trinken die sogenannte Schlundrinne aus. Um Probleme beim Pansentrinken zu vermeiden, sollte immer auf eine ausreichend hohe Tränkekonzentration (g Milchaus tauscher je 1 Liter Wasser) geachtet werden. Wird zum Beispiel der Milchaustauscher zu dünn angerührt, so gelangt Milch in den Pansen, die dort nicht verdaut werden kann, und es kommt zu Verdauungs-/ Gesundheitsproblemen beim Kalb.

Was passiert bei Fütterungsfehlern mit der Milch im  Dünndarm? Bei einer falschen Tränketemperatur (zu kalt) oder einer Überlastung des Labmagens (zu viel) gelangt ungeronnene Milch in den Dünndarm, dieser wird alkalisch und Coli-Keime können sich vermehren, was zu Durchfall führt.

Bei der Ad-libitum-Tränke ist die Milch angesäuert  und das Kalb nimmt über den ganzen Tag verteilt  mehrere kleine Portionen auf. Dadurch ist auch eine Kalttränke möglich und der Labmagen wird nicht  überlastet. Wichtig für eine zukunftsorientierte intensive Kälberaufzucht ist die Auswahl des geeigneten Milchaustauschers.

 

Gründe für Pansentrinken, die es zu vermeiden gilt:

 

  • Milchmenge zu groß
  • Zu niedrige Temperatur der Milch
  • Verdünnung von Kuhmilch mit Wasser
  • Eimerfütterung ohne Nuckel
  • Zu schnelles Trinken (Stress)
  • Stallklimaschwankungen (Klimastress)
  • Krankheiten, Schmerzen
  • Empfindlichkeit des Rachenraumes  (Atemwegserkrankungen)

 

Vorteile Nuckel:

 

  • Befriedigung des Saugbedürfnisses
  • Schlundrinnenreflex
  • Geringere Gefahr des Pansentrinkens
  • Langsames Trinken
  • Höhere Speichelproduktion, dadurch  bessere Fettverdauung durch die im Speichel  enthaltenen Enzyme

 


 

Die Ad-libitum-Tränke

 

  • Ad libitum getränkte Aufzuchtkälber haben als  Kühe leistungsfähigere Organe, einen stabileren  Stoffwechsel und geben mehr Milch.
  • Durch die bessere Nährstoffversorgung erreichen die Tiere in der Aufzucht höhere Zunahmen und haben ein leistungsfähigeres Immunsystem.
  • Die Ad-libitum-Tränke wird für die ersten 3 Lebenswochen allgemein empfohlen. Speziell dafür entwickelt: Sanolac Startino® mit 50 % Magermilchpulver und Eiweiß ausschließlich aus Milchrohstoffen.
  • Meggi® Kälberstarter ab dem 3. Lebenstag und  Wasser zur freien Aufnahme fördern die Entwicklung der Pansenmikroben und -zotten.

 

 

Bei der Ad-libitum-Tränke erhalten die Kälber in den ersten 3 Lebenswochen Kuhmilch bzw. Milchaustauscher zur freien Aufnahme. Das heißt, die Tiere können so viel aufnehmen, wie sie wollen. Dafür ist es wichtig, dass dem Kalb stets ein gefüllter Tränkeeimer zur Verfügung steht bzw. dass es am Tränkeautomat eine unbegrenzte Menge (verteilt auf kleine Portionen) zu sich nehmen kann. Ab der 4. Woche wird die Menge dann – wie bei der konventionellen Tränke – rationiert. Die Tiere erhalten ab der 4. Woche 10 Liter pro Tag.  Bis zum Absetzen am Ende der 10. Woche wird die Tränkemenge nun kontinuierlich gesenkt. Dabei ist  es wichtig, dass die MAT-Konzentration konstant bei 160 g pro Liter Wasser belassen wird.


Warum Ad-libitum-Tränke? Metabolic Sprint bedeutet: als Kalb mehr Milch – als Kuh mehr Milch!

Nur aus starken Kälbern werden starke Kühe – und  das ist das Ziel jedes Milchviehhalters. Die intensive  Fütterung in den ersten Wochen nach der Geburt für gesunde und frohwüchsige Kälber als Grundlage  für leistungsstarke, fruchtbare und langlebige Kühe gewinnt infolge wissenschaftlicher Untersuchungen und praktischer Erfahrungen zunehmend an Bedeutung. Internationale und nationale Studien zeigen,  dass während der ersten Lebenswochen ad libitum mit Milch getränkte Kälber gesünder sind und schneller heranwachsen sowie zu besseren Milchkühen werden.

 

Was sind die Gründe?


Drei gute Gründe für das Metabolic-Sprint-Konzept:

1.  Die Entwicklung funktionalen Gewebes in den für Stoffwechsel und Leistung wichtigen Organen (Herz, Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere, Euter etc.) ist maßgeblich von der Ernährung in den ersten Lebenswochen abhängig. In dieser Zeit findet das Wachstum der Kälber verstärkt durch Zellvermehrung aufgrund von Zellteilung statt (hyperplastisches Wachstum) statt. Danach wächst nicht mehr die Anzahl, sondern das Volumen der Zellen – durch Zellvergrößerung sowie Wasser- und Fetteinlagerung (hypertrophisches Wachstum).


2.  Zudem werden in den ersten Lebenswochen entscheidende Stoffwechselfunktionen festgelegt, die mit dem Begriff der „metabolischen Programmierung“ beschrieben werden. Hierbei geht es um die Optimierung der Stoffwechselgesundheit der späteren Kuh durch das Fütterungsniveau während der Tränkephase. Eine ernährungsbedingte Stimulation (Ad-libitum-Tränke) während der ersten Lebenswochen beeinflusst den Stoffwechsel der Milchkühe lebenslang positiv (höhere Milchleistungen, Verbesserung der Fruchtbarkeit und Gesundheit).

 

3.  Ein weiterer Grund für eine intensive Versorgung mit Milchpulver während der ersten Lebenswochen ist das hohe Eiweißansatzvermögen der Kälber in dieser Lebensphase, das trotz steigender täglicher Zunahmen im Laufe der Entwicklung zugunsten  des Fettansatzes geringer wird. In diesem frühen Lebensabschnitt ist die Futterverwertung sehr  gut (die höchste im gesamten Leben). Und die hohen täglichen Zunahmen in diesem frühen  Zeitraum gehen mit einer geringeren Verfettung einher – im Gegensatz zu hohen täglichen Zunahmen nach der Pubertät, die meist zu einem stärkeren Fettansatz führen.

 


 

Die rationierte Tränke

 

  • Für eine intensive Kälberaufzucht hat sich der Einsatz von Milchaustauschern mit Magermilchpulver wie AM18 und Milli M® bewährt.
  • Die Konzentration des Milchaustauschers soll 160 g  je Liter Wasser betragen.
  • Meggi® Kälberstarter ab dem 3. Lebenstag und  Wasser zur freien Aufnahme fördern die Entwicklung der Pansenmikroben und -zotten.

 


Bei der rationierten Tränke erhalten die Kälber täglich von Hand mit dem Nuckeleimer oder über einen  Tränkeautomaten eine festgelegte Menge Kuhmilch bzw. Milchaustauscher. Für einen funktionierenden Schlundrinnenreflex und eine gute Nährstoffversorgung sollte die Konzentration des Milchaustauschers während der gesamten Tränkephase 150 bis 160 g  pro Liter Wasser betragen.

Für eine intensive Kälberaufzucht mit hohen täglichen Zunahmen hat sich die Verwendung eines Milchaustauschers mit Magermilchpulver bewährt. Werden die Kälber neben Molkenprotein zusätzlich auch mit Kasein aus Magermilch versorgt, so zeigen Untersuchungen eine schnellere Entwicklung und höhere tägliche Zunahmen.

In der 2. und 3. Aufzuchtwoche können vermehrt Erkrankungen des Verdauungstraktes und Durchfälle auftreten. Die Gabe von Probiotika und Wirkstoffen, die die Heilung von Entzündungsprozessen fördern, kann die Kälber hier widerstandsfähiger machen und so effektiv vor Erkrankungen schützen. Die Fütterung eines Anteils Kolostrum auch nach der Biestmilchphase wirkt als Keimabwehr im Verdauungstrakt und bietet damit einen zusätzlichen Infektionsschutz.

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Porträt eines Kalbes vor dem Futter.

Ad Libitum Tränke oder Konventielle Tränke, metabolische Programmierung, Zellentwicklung und tägliche Zunahmen - das sind Faktoren die die gesunde Kälberaufzucht beeinflussen. Profitieren Sie von unserem umfangreichen Expertenwissen im

Nachhaltige Tierproduktion beginnt mit optimaler Jungrinderaufzucht, daher ist die Stärkung der Immunität des Kalbes eine entscheidende Säule. Verschiedene Faktoren wie Ernährung und genetische Prägung maternal sowie vom Fötus/Kalb, das Kolostrum