Fütterungsratgeber: Tragezeit Sauen

Zuchtsauen & Ferkel

Zuchtsau im Stall in der Tragezeit.

In der Tragezeit muss mit der Ernährung der Sauen eine optimale Körperkondition gehalten werden. Die großen Würfe, die in der Sau heranwachsen, erfordern gleichzeitig  die bestmögliche Versorgung mit Nährstoffen. Die Sau soll einen großen Wurf mit Ferkeln gleichmäßig hoher Geburtsgewichte bekommen. In dieser Phase ist es wichtig, bei der Sau Verstopfungen zu verhindern und die Basis für ein Verdauungssystem mit großem Volumen für eine hohe Futteraufnahme zu schaffen. Zudem ist es wichtig, dass die Sauen in der Gruppenhaltung ruhig bleiben. Erhalten Sie detaillierte Informationen im umfangreichen Fütterungskonzept für Zuchtsauen & Ferkel.


Für ein optimales Management in der Tragezeit gilt es daher folgende Kernfragen zu beantworten:

1.  Wie gelingt es, ruhige Sauen in der Gruppenhaltung zu haben?

2.  Wie gelingt es, gleichmäßige Würfe mit hohen Geburtsgewichten zu erreichen?

 

Was in der Tragezeit für Sauen wichtig ist:

 

  • Die Stalltemperatur beeinflusst den Bedarf der Sauen: 1 °C kälter bedeutet pro Sau & Tag 1 MJ ME mehr.
  • Rohfaser ist wichtig für die Verdauung und  MMA-Prophylaxe. Die verschiedenen Rohfaserkomponenten unterscheiden sich z. T. erheblich  in ihren Eigenschaften.
  • Über den Zusatz von Aminosäuren kann Futterprotein eingespart und die N-Effizienz verbessert werden.
  • L-Carnitin fördert den Energiestoffwechsel und  verbessert das Embryonenwachstum.

 

Geburtsgewichte steigern

 

Vom 23. bis zum 85. Trächtigkeitstag füttern Sie Ihre Sauen je nach Umgebungstemperatur mit täglich ca. 2,5 kg Tragemischung (26 MJ ME im Sommer bis 30 MJ ME im Winter). Je 1 °C geringere Stalltemperatur benötigt die Sau 1 MJ ME mehr Energie. Steigern Sie ab dem 85. bis zum 108. Trächtigkeitstag die Futtermenge auf ca. 4,0 kg/Tag (ca. 45 bis 50 MJ ME). Dies wirkt sich positiv auf die Geburtsgewichte der Ferkel aus und verbessert auch die Gesundheit und die täglichen Zunahmen der Ferkel in der Aufzuchtphase. Denn je schwerer die Ferkel bei der Geburt sind, desto geringer sind die Saugferkelverluste.

 

Rohfaser

 

Wichtig ist, dass tragende Sauen ausreichende Mengen Rohfaser erhalten:

  • Rohfaser sättigt die Sauen und optimiert die  Verdauung.
  • Rohfaser verhindert Verstopfungen und Durchfälle.
  • Rohfaser erhält das Volumen des Verdauungstraktes und schafft damit die Basis für eine hohe Futteraufnahme nach der Geburt.


Laut gesetzlicher Verordnung muss der Rohfasergehalt im Futter tragender Sauen bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Geburtstermin bei 8 % in der TS liegen. Dies entspricht etwa 7 % bei 88 % TS. Oder es muss eine tägliche Mindestaufnahme von 200 g Rohfaser je Sau gewährleistet sein.

 

Für den passenden Rohfaserträger gelten bestimmte Anforderungen:

  • Ein hohes Wasserbindungsvermögen stellt die  Sättigung sicher, optimiert die Verdauung und  verhindert Verstopfungen.
  • Wenig oder kein Calcium für einen geringen Basenüberschuss, um so effektiv MMA vorzubeugen.
  • Der Rohfaserträger sollte frei von Mykotoxinen sein.


Lignocellulose hat das höchste Wasserbindungsvermögen, enthält kein Calcium und keine Mykotoxine. Daher ist Lignocellulose sehr gut geeignet (Abb. 2). Auch gut einsetzbar ist ein hochwertiger Fasermix aus verschiedenen Rohfaserquellen.

Eine ausreichende Wasserversorgung ist in der gesamten Tragezeit sehr wichtig. Um MMA vorzubeugen, muss zudem der Basenüberschuss im Futter möglichst  negativ sein. Denn je höher der Basenüberschuss im Futter, desto höher der Harn-pH-Wert und damit auch der Keimgehalt im Harn. Dadurch steigt die Gefahr von Vaginalausfluss und MMA, und die Überlebensrate der Ferkel sinkt.

 

 

Aminosäuren in der Tragezeit

 

Den Proteingehalt im Futter können Sie durch den Einsatz eines Mineralfutters mit höheren Gehalten an kristallinen Aminosäuren reduzieren. Die Vorteile der Fütterung einzelner erstlimitierender Aminosäuren sind:
 
1.  Das Aminosäuremuster wird besser an den Bedarf der Sauen angepasst. Erstlimitierend für tragende Sauen sind vor allem die drei essentiellen Aminosäuren Lysin, Methionin und Threonin. Durch
 die Zugabe dieser Aminosäuren verbessert sich  die Eiweißqualität des Futters und damit auch die Nährstoffversorgung der ungeborenen Ferkel. Damit wird die Basis für gleichmäßig große Würfe und hohe Geburtsgewichte gelegt.


2.  Während Protein (z. B. aus Sojaextraktionsschrot) einen hohen Basenüberschuss aufweist, wirkt die schwefelhaltige Aminosäure Methionin dagegen sogar ansäuernd. Damit tragen Aminosäuren dazu bei, den Basenüberschuss im Futter zu reduzieren.


3.  Die vitaminähnliche Substanz L-Carnitin ist wichtig für die Energieumsetzung in den Zellen der Sauen. Der Stoffwechsel kann L-Carnitin aus Methionin und Lysin selbst herstellen. Der Zusatz von L-Carnitin über das Futter hat sich jedoch bewährt, um den Stoffwechsel zu entlasten, mehr Methionin und Lysin für das (Embryonen-)Wachstum zur Verfügung zu haben und den Energiestoffwechsel der Sauen direkt zu fördern.
 

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