GVO-freie Fütterung - Können Rinder ohne Soja?

Alternative Eiweißquellen

Gvo Frei

Mittlerweise schreiben die meisten Molkereien in Deutschland und Österreich ihren Lieferanten vor GVO-frei zu füttern. Einzelne Vorgaben sind noch weitaus strenger. Die „Eskalationsstufen“ für die Milchkuhfütterung sind:

  • GVO-frei: Keine gentechnisch veränderten Futtermittel. Siegel in Deutschland: VLOG
  • „Übersee-frei“: Nur europäische Futtermittel für Milchkühe. z.B. Donausoja
  • „Soja-Verbot“: Gar kein Soja mehr. Nur alternative, europäische Eiweißquellen sind erlaubt.

Vor diesen Regelungen war Sojaextraktionsschrot – meist gentechnisch verändert und aus Lateinamerika -  das Eiweißkraftfutter für Rinder. Jetzt müssen Rinderhalter vermehrt Rationen ohne Soja gestalten.

Im ersten Teil der Serie „GVO-freie Fütterung – Alternative Eiweißquellen“ erfahren Sie mehr über Rapsextraktionsschrot und Getreideschlempe:

Rapsextraktionsschrot

Wie wird Rapsextraktionsschrot hergestellt?

Der Schrot ist ein Nebenprodukt der Rapsölherstellung. Für eine hohe Ölausbeute wird Rapssaat geschrotet, erwärmt und ausgepresst. Dabei bleibt Rapskuchen mit einem Restfettgehalt Restfettgehalt von 8 – 18 % übrig. Lösungsmittel extrahieren den Großteil des restlichen Öls. Unter Druck und mit heißem Wasserdampf wird das Lösungsmittel wieder herausgelöst. Den Rest – mit 2 – 3 % Fett - bezeichnen wir als Rapsextraktionsschrot (RES).

Welche Vorteile hat Rapsextraktionsschrot?

RES hat einen höheren Proteingehalt als Rapskuchen. Durch die druck-thermische Behandlung (Toasten), entsteht pansengeschütztes RES. Dieser wird von unterschiedlichen Herstellern im Handel angeboten. Bei diesem Verfahren erhöht sich das pansenbeständige Rohprotein von 30 auf 60 % des Gesamtproteins. Eine erhöhte Beständigkeit der Proteine weisen vor allem Rapskuchen oder Rapsextraktionsschrote vor, die mit Holzzucker behandelt sind. Mit einer höheren Versorgung von pansenbeständigem Protein erhöht sich das nutzbare Rohprotein, was positive Effekte auf Tageszunahmen bzw. Milchleistung und Milcheiweißgehalt hat.

Tipps zum Einsatz von Rapsprodukten

Wichtig bei Einsatz von Rapskuchen:

  • Restfettanteil maximal 15 %
  • maximal 4 % pansenverfügbares Fett in der Gesamtration
  • maximale Lagerdauer: drei Monate (Gefahr von Peroxidbildung aus ungesättigten Fettsäuren)

Versuche zeigen: Sie können Sojaextraktionsschrot komplett durch Rapsprodukte ersetzen.

Dafür müssen Sie die Rationsparamenter und Besonderheiten der Rapsprodukte einhalten:

  • Der Gehalt an Glucosinolaten in Rapsprodukten bestimmt die maximale Einsatzmenge in der Rinder- und Milchviehfütterung.
  • Grenzwert: maximal 50 Millimol Gesamtglucosinolat pro Tier und Tag
  • Sonst sinken Futteraufnahme und Leistung.
  • Auch bei „00-Raps“ ist Vorsicht geboten: geringe Gehalte an Glucosinolaten sind trotzdem möglich.
  • Die Glucosinolat-Gehalte sind abhängig von der Sorte und dem Bearbeitungsverfahren
  • Rapsprodukte enthalten zwischen 3 und 15 mmol pro kg.

Eine weitere alternative Eiweißquelle ist Getreideschlempe.

Getreideschlempen

Wie wird Getreideschlempe hergestellt?

Bei der Herstellung von Industriealkohol bzw. Bioethanol-Kraftstoff fallen Getreideschlempen an. Schlempen bestehen aus Getreiderückständen die bei der Vergärung übrig bleiben. Die Bezeichnung bezieht sich auf das Ausgangsmaterial: Mais-, Weizen-, Weizen/Gerste- oder Roggenschlempe. Schlempen können Sie feucht oder trocken füttern: Trockenschlempen werden genauso gelagert wie Getreide, Pressschlempen werden siliert.

 

Welche Vorteile bieten die einzelnen Schlempen?

Maisschlempe: Die Maisschlempe enthält viel Fett und wenig Rohprotein. Dafür ist ein hoher Anteil des Rohproteins pansenbeständig.

Weizen- und Weizen-/Gersteschlempen:

Energie- und Rohproteingehalt sind mit RES vergleichbar. Unterschiede bestehen beim Anteil an pansenbeständigem Rohprotein: 40 % bei den Schlempen vs. 30 % bei RES. Deswegen weichen auch die kalkulierten nXP und RNB-Werte von RES ab.

 

Tipps zum Einsatz von Schlempen

Weizen- und Weizen-/Gerstenschlempen können sie ähnlich wie RES einsetzen. Bei Kälbern- und Fressern und Milchkühen sind ca. 15 % der Gesamtration möglich. Bei Mastrindern sind bis zu 30 % machbar.

In Teil 2 und 3 erfahren Sie noch mehr über alternativen Eiweißquellen: Wir beschäftigen uns mit Biertreber, Sonnenblumenschroten und Körnerleguminosen. Im 4 Teil finden Sie den Vergleich der einzelnen Futtermittel

Ihr direkter Kontakt zu uns

Sano Moderne Tierernährung GmbH
+49 (0) 8744 - 5754 - 000
+49 (0) 8744 - 9601 - 99
Grafenwald 1
84180 Loiching
Deutschland

Weiterer Inhalt

niojio

Gesund, wirksam und voller Innovationskraft – das ist der Dreiklang, der unsere Produkte auszeichnet. Sano Produkte garantieren unseren Kunden den Zugang zu leistungsstarken, qualitativ hochwertigen Futtermitteln mit gehaltvollen Inhaltsstoffen,