Laktierende Kühe erfolgreich füttern

Prof. Hutjens: Erfolgsfaktoren für Herdenleistungen von > 40 kg

Der amerikanische Fütterungsexperte Prof. Dr. Michael Hutjens stellte auf zwei exklusiven Sano Workshops die wichtigsten Einflussfaktoren für eine erfolgreiche Fütterung in der Laktation vor.

 

Das Fütterungsmanagement der Kühe muss auf die Anforderungen in den verschiedenen Leistungsphasen – Trockenstehzeit und Laktation – angepasst sein. Der Experte in Sachen Milchviehfütterung gab hierzu beim Sano Zukunftsdialog Rind – Milchviehfütterung 4.0, praxisnahe Empfehlungen.

Trockenmasseaufnahme – der Schlüssel für Gesundheit & Leistung

Die Trockenmasseaufnahme ist die Kenngröße für die Rationsgestaltung und für das Nährstoffmanagement laktierender Kühe. Die Bedeutung der Trockenmasse verdeutlicht folgende Gleichung anschaulich:

Trockenmasse = organische Masse = verdauliche Nährstoffe = mikrobieller Aufschluss = Energie & Nährstoffe

Die Trockenmasseaufnahme liefert die benötigten Nährstoffe. Hierbei sind nicht die Gehalte in % oder g/ kg Trockenmasse in der Rationsberechnung entscheidend, sondern die tatsächlich täglich gefressenen Futtermengen in kg, gab der Experte zu bedenken.

Eine höhere Trockenmasseaufnahme kann:

  • die Futterkosten erhöhen oder senken
  • die Produktivität verschlechtern oder verbessern
  • die Futtereffizienz negativ oder positiv beeinflussen.

 

Als Richtwerte für die Trockenmasseaufnahme (TMA) von Holstein-Kühen empfiehlt Prof. Hutjens:

Phase                              TMA in % vom Lebendgewicht                 entspricht bei 700 kg Kuh

Hochleistungskühe:                 > 4 %                                                                    > 28 kg!

Altmelker:                                 > 3 %                                                                    > 21 kg

Trockensteher:                            2 %                                                                       14 kg

 

Einflussfaktoren Trockenmasseaufnahme

Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die Trockenmasseaufnahme gehören zum einen gesunde Klauen. Denn lahme Kühe bleiben deutlich hinter den oben genannten Richtwerten zurück. Außerdem fressen Milchkühe die größten Mengen Futter / Mahlzeit nach dem Melken: Bei zweimaligem Melken sind das pro Mahlzeit 15 bis 20 % der Tages-Futteraufnahme. Deshalb muss nach dem Melken stets genügend frisches und schmackhaftes Futter auf dem Futtertisch liegen. Und es muss 24 Stunden lang Futter vorliegen, deshalb auf Futterreste von 1 bis 3 % füttern. Dabei dürfen die Futterreste nicht nur aus Stroh oder einer Silagekomponente bestehen, sondern müssen die gleiche Zusammensetzung aufweisen, wie die frisch vorgelegte TMR.

Milchproteinquellen

Der Milchproteingehalt ist ein wichtiger Faktor für die Höhe des Milchgeldes. Die wichtigste Nährstoffquelle für die Bildung des Milchproteins sind fermentierbare Kohlenhydrate (60 bis 75 %). Diese fermentierbaren Kohlenhydrate unterstützen die mikrobielle Proteinsynthese im Pansen. Das in der Ration enthaltene Protein ist der zweite wichtige Faktor für den Milchproteingehalt (25 bis 40 %). Dabei ist zum einen die zur Verfügung stehende Menge entscheidend. Weiterhin das passende Verhältnis von im Pansen abbaubarem Eiweiß sowie pansenstabilem Eiweiß. Und auch die Qualität des Eiweißes in Bezug auf die enthaltenen Aminosäuren ist sehr wichtig. Denn auch eine Kuh hat, genau wie das Schwein oder das Geflügel, im eigentlichen Sinn keinen Bedarf an Eiweiß, sondern an Aminosäuren am Dünndarm.

Hohe Herdenleistungen erreichen

Hohe durchschnittliche Herdenleistungen von 45 kg Milch lassen sich nach Prof. Hutjens erreichen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • beste Grundfutterqualitäten durch den Einsatz von Siliermitteln
  • Optimierung der Trockenmasseaufnahme in Trockenstehphase und Laktation
  • Milchpeak von 60 Litern bei ausgewachsenen Kühen
  • Milchpeak von 44 Litern bei Erstkalbskühen
  • niedrige Erkrankungsrate bei Transitkühen
  • Anteil Kühe in der ersten Laktation: weniger als 35 % der Herde
  • Anteil trächtige Kühe nach 120 Tagen in Milch: 65 %
  • Herdenlaktationstag bei 160 bis 180

 

Wollen auch Sie gesunde Kühe, gute Milchleistungen und ein hohes Einkommen nach Futterkosten (IOFC) kombinieren?

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