Maissilage - Shredlage (Teil 2)

Länger und gröber = besser?

Hochleistende Herden benötigen hohe Energiekonzentrationen. Daher nehmen die Anteile Maissilage in den Rationen zu. Besonders wichtig bei den Rationen ist, dass die Strukturversorgung gewährleistet ist. Gerade deswegen findet das Thema Shredlage in Deutschland derzeit große Beachtung. Doch was sagt die Wissenschaft zu dieser Schnitttechnik und welche Vorteile bringt es bei der Fütterung?

Bei Shredlage handelt es sich um länger gehäckselten Silomais. Die gängigste praktizierte Schnitttechnik in Deutschland ist, den Mais möglichst kurz zu häckseln. Bei Shredlage fasert man das Pflanzenmaterial stark auf und zermahlt alle Körner fein. Ein längerer Schnitt verbessert die Strukturwirksamkeit. Dadurch fördert man die hohe Verdaulichkeit und die Energiedichte.

Vorteile Shredlage

Von der neuen Schnitttechnik versprechen sich Experten vieles:

  • Die Verbesserung der Strukturwirkung
  • Die Erhöhung der Wiederkautätigkeit
  • Die Verbesserung der Kuhgesundheit
  • Das Senken der Grundfutterkosten
  • Die Erhöhung der Milchleistung und –inhaltsstoffe

Was sagt die Wissenschaft

Besonders in den USA ist Shredlage schon weit verbreitet. Veröffentlicht wurden bisher eine Reihe von positiven Ergebnissen. Ebenso führte man Versuche durch, welche wiederrum keine Unterschiede zwischen dem Kurzschnitt und der Shredlage finden konnten.

Stroh reduzieren

Ein Hauptvorteil der Shredlage ist die vollständige Zermahlung der Maiskörner. Dadurch erhöht sich der Anteil pansenverfügbarer Stärke, die sich positiv auf die Milchleistung und die Gesundheit auswirkt.

Ebenso bleibt die strukturwirksame Rohfaser des Maises erhalten. Der Vorteil einer strukturwirksamen Rohfaser liegt auf der Hand: Die Bildung der Pansenmatte verbessert sich und die Wiederkautätigkeit erhöht sich.

In Rationen mit höheren Anteilen an Maissilage setzt man häufig Heu oder Stroh zur Strukturversorgung ein.

Die Nachteile von Stroheinsatz sind die geringe Nährstoffdichte und die Kosten. Besonders Betriebe in Deutschland berichten von einer erfolgreichen Reduzierung der Heu- und Strohmengen beim Einsatz von Shredlage.

Durch die aufgefaserten Pflanzenteile erhöht sich die Angriffsfläche für die Pansenmikroben, das wiederum zu einer höheren Grundfutterleistung führt.

Deutsche Versuche

Ergebnisse aus deutschen Versuchsanstalten gibt es bisher nicht. Im Versuchs- und Bildungszentrum Haus Riswick der Landwirtschaftskammer NRW in Kleve wandte man im Herbst 2015 rund 33 ha Silomais mit zwei verschiedenen Claas-Häckslern einmal die Kurzschnitt- und einmal die Shredlagetechnik an. Die beiden Schnitte silierte man nach der Ernte getrennt ein. Im Moment laufen die Fütterungsversuche dazu. Dafür bildete man vier Gruppen mit je 24 Kühen. Die Gruppen erhalten einmal die konventionelle Maissilage bzw. die Shredlage, jeweils einmal mit und einmal ohne Zugabe von Stroh.

Die ersten Ergebnisse zu diesem Versuch erwartet man im Sommer 2016.

Planung für die Maissilierung 2016

Interessieren Sie sich für die neue Shredlage-Technik? Dann sollten Sie schon jetzt das Gespräch mit Ihrem Lohnunternehmer suchen, inwieweit er mit der neuen Technik arbeiten wird.

Ihr direkter Kontakt zu uns

Dr. Jörg Bekkering
Produktmanager
+49 8744 96010

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