Pansengeschützter Zucker - Teil II: Die „Energie-Infusion“ für Transitkühe

In den ersten Wochen nach der Abkalbung steigt die Futteraufnahme langsamer an als die Milchleistung. Deshalb sind Hochleistungskühe meist nicht in der Lage, ihren Energiebedarf komplett über das Futter zu decken. Die Folge dieser negativen Energiebilanz: Das Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Ketose steigt. Auch bei wenigen oder gar keinen klinischen Fällen ist Vorsicht geboten. Die Zahl der Tiere mit subklinischer Ketose liegt meist im Dunklen und ist deutlich höher. Praxistests und Studien zeigen: „Zucker-Infusionen“ entlasten die Leber, verringern die negative Energiebilanz und verbessern die Milchleistung.

Fettmobilisierung

Bei einer negativen Energiebilanz (NEB) mobilisieren die Kühe Körperfett um den Energiebedarf für die genetisch abgerufene Milchleistung zu decken. Dabei zeigt ein niedriger Blutzuckerspiegel (<< 60 mg / dL) ein Energiedefizit an. Die Leber schüttet daraufhin Glucagon aus, um Körperfettreserven auszulagern. In der Leber werden diese zur Energiegewinnung (Zuckerneubildung) genutzt und auch zu Ketonkörpern umgebaut, welche weiteren Organen als Energiequelle dienen. Zu hohe Gehalte an Ketonkörpern im Blut wirken jedoch Appetit mindernd und verringern dadurch die Futteraufnahme. Das Energiedefizit verstärkt sich noch und die Kuh fällt in die Ketose.

Die Indikatoren für Ketose

Die Negative Energiebilanz (NEB) in der ersten Wochen nach der Abkalbung und die damit einhergehende Körperfettmobilisierung bedingen einen Anstieg der nicht veresterten freien Fettsäuren (NEFA) und der Fettstoffwechselprodukte der Leber (z.B. Betahydroxybutyrat, BHB) im Blut der Kühe. Ein NEFA Gehalt von > 400 Einheiten/ L bzw. eine BHB Gehalt von > 1,0 mmol / L gelten als Indikator für eine subklinische Ketose.

Zucker-Infusionen schützen vor Ketose

Lucy (et. al., 2013) hat untersucht, ob intervenöse Glukose-Infusionen vor Ketose schützen können. Als Kontrolle wurde einen Saline-Infusion (Kochsalzlösung) verwendet (0 bis 24 h). Danach erhielten die Kühe zunächst 500 g Glukose / Tag (24 bis 48 h), am Tag darauf 1.000 g (48 bis 72 h) und dann 1.500 g (72 bis 96 h). Anschließend folgte wieder eine Kontrollanwendung mit Saline. Die Ergebnisse zeigen, dass Glukose-Infusionen die Gehalte der Ketose-Indikatoren bei beiden Rassen (Guernsey und Holstein) wieder auf ein physiologisches Niveau absenken.

1. Zucker senkt NEFA

Der NEFA Gehalt verringerte sich von ca. 350 auf ca. 250 Einheiten / L (bei 1.000 g Glukose) und sinkt bei weiteren Glukosegaben (1.500 g) auf ca. 200 Einheiten / L ab. Bei anschließender Kontrollanwendung mit Saline steigen die NEFA Gehalte sofort wieder an.

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(Lucy et. al., 2013)

2. Zucker senkt BHB

Der BHB Gehalt halbierte sich von 2 mmol / L auf ca. 1 mmol / L (bei 500 g Glukose) und pendelte sich bei weiteren Glukosegaben (1.000 g bzw. 1.500 g) bei 0,5 bis 1 mmol / L ein. Bei anschließender Kontrollanwendung mit Saline steigen die BHB Gehalte wieder über 1 mmol / L.

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(Lucy et. al., 2013)

Pansengeschützte Kombination aus Zucker und  Fett

In einem Praxistest setzte ein Betrieb in Baden-Württemberg DextroFAT Protect® mit 150 g in der Transitphase (Anfütterung) und mit 300 g in der TMR der Laktation ein. DextroFAT Protect® ist eine speziell von Sano entwickelte Kombination aus 50 % pansengeschütztem Zucker und 50 % pansenstabilem Fett.

Die Ergebnisse:

  • Transit: Weniger Körperfettabbau und mehr Milch im 1. Laktationsdrittel
  • Laktation: Verbesserte Persistenz (2. + 3. Laktationsdrittel), 2 Liter mehr Milch pro Kuh und Tag
  • Fruchtbarkeit: Reduktion der Güstzeit von 129 auf 96 Tage, Verbesserung des Besamungsindexes
  • Stoffwechsel: Ketosen, Acidosen, Festliegen, Labmagenverlagerungen stark reduziert
  • Tierarzt: Senkung der Kosten um 40 € / Kuh und Jahr

Fazit:

Die pansengeschützte Zucker-Fett-Kombination verbessert den Energiehaushalt der Kuh und fördert den Leberstoffwechsel. Dadurch wirkt DextroFAT® Protect vorbeugend gegen Stoffwechselstörungen wie z.B. Ketosen, senkt die Mobilisierung von Körperreserven und steigert gleichzeitig die Milchleistung. Die Stoffwechselgesundheit von Hochleistungsherden kann mit der Fütterung von pansengeschütztem Zucker und pansenstabilem Fett einfacher gemanagt werden.

 

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