PRRS – die Schweinekrankheit mit den wohl stärksten wirtschaftlichen Auswirkungen

Seit 20 bis 30 Jahren forschen Wissenschaftler am PRRS-Virus (Porcines Respiratorisches und Reproduktives Virus). Auf Grund der Wandlungsfähigkeit des Virus ist dessen „Aussehen“ nur schwer zu erklären. Das Virus ist schwer zu diagnostizieren und zu bekämpfen.

Wo kommt PRRS her?

PRRS ist eine Erkrankung die die Fortpflanzung und die Atemwege des Schweins betrifft. Die Erkrankung äußert sich mit unterschiedlichen Symptomen. Es lassen sich grundsätzlich zwei Typen unterscheiden. Den EU-Typ und den US-Typ. Auf Grund von Mutationen gibt es jedoch mittlerweile eine Vielzahl an verschiedenen Virusvarianten. Es treten unterschiedlichste Krankheitsbilder auf. Einige wirken vor allem auf die Atemwege, andere wiederrum verursachen Fruchtbarkeitsstörungen. Die Stärke der Ausprägung einer Erkrankung kann dabei ebenfalls variieren. Sie kann stark oder schwach ausfallen oder sogar unbemerkt bleiben.

Krankheitsauslöser

Der allgemeine Gesundheitsstatus der Tiere ist ein wichtiger Einflussfaktor für die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen. Hierbei spielen vor allem die Bereiche Haltung, Fütterung und mögliche Stressfaktoren eine wichtige Rolle. Auch Sekundärerreger z.B. Streptokokken können das Krankheitsbild PRRS beeinflussen.

Symptome

Symptome werden beeinflusst durch die Virulenz des Virus, bestehende Immunität durch frühere Infektion, Impfung, Auftreten eines anderen Krankheitserregers im Bestand, Bestandsgröße und Bestandsmanagement. Subklinische Infektion (z.B. Dauerausscheider) sind nicht ungewöhnlich.

Bei Zuchtsauen treten vor allem Fruchtbarkeitsstörungen, bei Ferkeln und Mastschweinen vor allem Atemwegserkrankungen auf. Da es jedoch keine typischen Symptome für PRRS gibt sollte die Infektion mit PRRS immer über eine Laboruntersuchung nachgewiesen werden.

Mögliche Fruchtbarkeitsstörungen bei Zuchtsauen können sein:

  • Umrauschen
  • Totgeburten, Mumien
  • Vorzeitige Abferkelung
  • Lebensschwache Ferkel
  • Erhöhte Saugferkelverluste
  • Appetitlosigkeit
  • Blaufärbung von Ohren und Vulva

Bei Absetzferkeln und Mastschweinen können bei einer PRRS-Erkrankung häufig therapieresistente Atemwegserkrankungen, Bindehautentzündungen, Blaufärbungen der Ohren, Auseinanderwachsen der Gruppen, schlechtere Schlachtkörperqualitäten und erhöhte Verluste festgestellt werden.

Die Übertragung von PRRS in einen Bestand kann über den Zukauf PRRS-infizierter Tiere, die jedoch symptomlos sind oder ungeimpft sind, erfolgen. Auch über den Einsatz von infiziertem Sperma ist eine Ansteckung möglich. Aber auch die Luft, Mensch und Transportfahrzeuge können zur Übertragung der Viruserkrankung führen.

Prophylaxemaßnahmen

Die Verbreitung des Virus in einem Bestand kann durch regelmäßige Impfungen und Managementmaßnahmen gedämmt werden.

Da die Virusausprägung sehr unterschiedlich sein kann, ist es schwierig einen Impfstoff zu generieren, der alle Virusausprägungen abdeckt und somit eine hohe Wirkung mit sich bringt.

Dennoch ist es nur ratsam mittels Lebendimpfstoffen, welche gegen eine Vielzahl an PRRS-Stämmen wirksam sind, den Bestand immun zu halten. Das heißt, dass Virusausscheidungen und –Vermehrungen gering gehalten werden. Dadurch wird innerhalb des Stalles Stabilität erzielt.

Wie kann PRRS erfolgreich unter Kontrolle gehalten werden?

  • Wurfausgleich auf das absolut Notwendige beschränken
  • Kein Wurfausgleich später als 48 Stunden nach der Geburt
  • Ferkel in den Abferkelbuchten belassen und Eingriffe auf ein Minimum beschränken
  • Nadelwechsel zwischen den Würfen
  • Keine kranken/schwachen Ferkel versetzen
  • Alle Ferkel einer Abferkelgruppe zum gleichen Zeitpunkt absetzen, keine abgesetzten Ferkel im Abferkelbereich belassen
  • Rein-Raus-Verfahren
  • Kein Kontakt zwischen verschiedenen Altersgruppen
  • Kein Kontakt zwischen bis zu 6 Monate alten Ferkeln und Sauen
  • Grundsätzliche Eingliederung von zugekauften und eigenremontierten Jungsauen über eine Quarantäne mit PRRS-Impfung

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