Shredlage – Erste Praxisergebnisse

Auswirkung auf Milchleistung und Körperkondition (Teil 1)

Das Thema Shredlage ist bei deutschen Landwirten und Fütterungsberatern in aller Munde. Das Versuchs- und Bildungszentrum Haus Riswick der LWK NRW erntete bereits im Herbst 2015 die erste Shredlage. 2016 erfolgte dazu ein Fütterungsversuch. Die ersten Ergebnisse zu Verdichtung und Wirkung von Shredlage in der Fütterung liegen nun vor.

Ende September 2015 wurden rund 33 ha Silomais mit zwei Häckselketten geerntet. Für die Shredlage kam ein Claas Jaguar 950 Feldhäcksler mit dem Claas MCC Shredlage-Kornaufbereiter und 26 mm theoretischer Häcksellänge zum Einsatz. Die konventionelle Silage (Kurzschnitt) erntete ein Claas Jaguar 960 Feldhäcksler mit dem Claas Intensiv-Aufbereiter und 7 mm theoretischer Häcksellänge. Jedem Feldhäcksler waren dabei vier Abfuhrgespanne zugeordnet. Das geerntete Material wurde parallel in zwei Silos mit 55 m Länge, 8,5 m Breite und 2 m hohen Wänden einsiliert. Zum Verteilen und Verdichten des Erntegutes standen je Silo ein Radlader und ein aufballastierter Schlepper mit in Summe jeweils 25 to Walzgewicht zur Verfügung.

Fütterungsversuch

Von Januar bis Juni dieses Jahres erfolgte in Haus Riswick ein Fütterungsversuch mit diesen beiden Silagen. Dazu wurden 96 hochleistende Holsteinkühe gleichmäßig auf vier Gruppen mit jeweils 24 Tieren verteilt. In allen Gruppen befanden sich während der Versuchsdauer frischlaktierende Tiere ab ca. sieben Laktationstagen. Um die jeweilige Gruppengröße mit 24 Tieren konstant zu halten, schieden Kühe, die höhere Laktationstage erreicht hatten, wieder aus dem Versuch aus. Der Färsenanteil betrug 30 %.

Vier Versuchsgruppen

Der Versuch bestand aus vier verschiedenen Versuchsgruppen:

Alle vier Gruppen enthielten die gleichen Mengen Gras- und Pressschnitzelsilage.

Das Kraftfutter enthielt 71 % Rapsextraktionsschrot und zu jeweils 7 % Weizen, Mais und Melasseschnitzel. In allen Versuchsgruppen ergaben sich in den Rationen Energiegehalte von 7,2 MJ NEL / kg TM bei einem Rohproteingehalt von 160 g / kg Trockenmasse (TM). Auch bei den übrigen Nährstoffen ergaben sich gleiche Konzentrationen in der TM.

Milchleistung gleich

Die Milchleistung und die Milchinhaltsstoffe unterschieden sich zwischen den vier Versuchsgruppen nicht.

Der Abbau von Körpersubstanz zu Laktationsbeginn war in den Shredlage-Varianten dagegen deutlich geringer. Die durch Shredlage-Maissilage bedingte höhere Futteraufnahme und dadurch verbesserte Energieversorgung verringerte das Ausmaß der negativen Energiebilanz in der frühen Laktation.

Riswicker Ergebnisse im Überblick

  • Shredlage-Maissilage ließ sich um rund 10 % schlechter verdichten als Maissilage mit kurzer Häcksellänge von 7 mm.
  • In den oberen Schichten beider Fahrsilos lag die Verdichtung bei konventioneller Silage um 21 % und bei Shredlage um 40 % unter den geforderten Werten.
  • Bei einem wöchentlichen Vorschub von mehr als 3 m blieben die Silagen aerob stabil. Bei geringerem Vorschub (2 m pro Woche) erwärmten die Silagen.
  • Die beiden Shredlage-Versuchsgruppen zeigten tendenziell höhere Futteraufnahmen bei gleichbleibender Milchleistung.
  • Da die Körpermasseverluste geringer waren, könnte Shredlage einen Beitrag zur Verringerung der negativen Energiebilanz zu Laktationsbeginn leisten.

 

Durch die Versuchsergebnisse haben sich weitere Fragestellungen zum Thema Shredlage ergeben. Deshalb wurden auch in diesem Jahr wieder parallel ein Silo mit kurzgehäckseltem Mais und eines mit Shredlage befüllt. Die oben stehenden Ergebnisse zeigen deutlich, dass der Einsatz von Siliermitteln zur Verringerung der Nacherwärmung sinnvoll ist. Denn trotz gutem Siliermanagement wurden die geforderten Dichten in den oberen Schichten nicht erreicht. Mit den Siliermitteln Labacsil® Duo oder Labcsil® Stabil wird die Stabilität von Maissilage unter Sauerstoffeinfluss nach dem Öffnen des Silos signifikant verbessert.

Lesen Sie im zweiten Teil mehr über weitere deutsche Erfahrungen und Ergebnisse zum Einsatz von Shredlage.

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