Teil 2: GVO-freie Fütterung - Alternative Eiweißquellen

Körnerleguminosen

Im ökologischen Landbau sind sie schon weit verbreitet: Die heimischen Körnerleguminosen. Auch auf Milchviehbetrieben gewinnen sie immer mehr an Bedeutung. Vor allem Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen diskutieren Fütterungsexperten als Alternative zum Sojaextraktionsschrot. Doch welche Einsatzmöglichkeiten gibt es und wie vergleichbar sind sie wirklich mit Sojaextraktionsschrot?

Im zweiten Teil der Serie GVO-freie Fütterung – Alternative Eiweißquellen erhalten Sie mehr Informationen zu dem Einsatz von Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen.

Ackerbohnen

Welche Sorten von Ackerbohnen gibt es?

Bei den Ackerbohnen unterscheidet man zwischen bunt- und weißblühende Sorten. Die buntblühenden Sorten weisen höhere Rohproteingehalte und höhere Gehalte an Tanninen auf als die weißblühenden Sorten. Da der Rohproteingehalt bis 8 % schwanken kann, ist für die Rationsberechnung eine Analyse des Gehaltes notwendig.

Sojaextraktionsschrot im Vergleich

Vergleicht man den Energiegehalt von Ackerbohnen und Sojaextraktionsschrot, so ist der Wert beider Rohstoffe fast identisch. Der Rohproteingehalt und der Gehalt an pansenbeständigen Protein (UDP) ist jedoch nur halb so hoch als der von Sojaextraktionsschrot. Buntblühende Ackerbohnen enthalten einen höheren Anteil an Bitterstoffen als weißblühende Sorten. Da dies die Verdaulichkeit des Rohproteins im Pansen verringert ist der UDP-Gehalt in den buntblühenden Sorten höher.

Fütterungsversuche mit Ackerbohnensorten

Ackerbohnen sind nicht nur Lieferant von Rohprotein, sondern auch von Kohlenhydraten, das bei der Zusammenstellung der Ration beachtet werden muss. Bei Beachtung der Kohlenhydratversorgung im Pansen sind Ackerbohnen durchaus in der Milchviehfütterung einsetzbar. Fütterungsversuche mit den Sorten Sambia und Valeria haben gezeigt, dass die höheren Tanningehalte in Samba die Futteraufnahme nicht beeinträchtigen, so dass in dieser Hinsicht die robusteren und ertragreicheren tanninhaltigen Sorten ohne Bedenken eingesetzt werden können. Der Milcheiweiß- und Milchharnstoffgehalt waren allerdings bei der Verfütterung der tanninarmen Sorte Valeria höher, was möglicherweise auf ein stabileres Pansenmilieu zurückzuführen ist.

Erbsen

Welche Erbsensorten gibt es?

Bei den Erbsen unterscheidet man ebenso bunt- und weißblühende Sorten. Die buntblühenden Sorten weisen einen höheren Rohprotein- und geringeren Stärkegehalte als die weißblühenden Sorten auf. Von allen heimischen Körnerleguminosen enthalten Erbsen die höchste Menge an Kohlenhydraten - vor allem Stärke und Zucker. Auch bei den Erbsen liegen starke Schwankungen der Erträge und Qualitäten zwischen den Jahren vor. Vor allem in nassen und kühlen Sommern kann auf Grund einer  reduzierten Stickstoffaufnahme der Rohproteingehalt bei lediglich 18% liegen. Ähnlich wie bei den Ackerbohnen ist auch die Verdaulichkeit der Nährstoffe in Erbsen groß und der UDP-Anteil beträgt ebenfalls nur 15%.

Einsatz in der Rinderfütterung

In der Wiederkäuerfütterung können Erbsen aus Sicht der Futteraufnahme bedenkenlos eingesetzt werden. Jedoch sollte der Einsatz nur in geringen Mengen erfolgen, da auf Grund des geringen Rohprotein- und UDP-Gehaltes der nXP-Wert gering ist, so dass dieser im hohen Leistungsniveau nicht ausreicht. Vor allem auch der hohe Stärke- und Zuckergehalt muss bei der Rationsgestaltung Beachtung finden. Auf Grund der starken Schwankungsbreite der Inhaltsstoffe sollte auch hier vor der Fütterung eine Analyse auf die Rohnährstoffgehalte erfolgen.

Lupine

Welche Lupine-Sorten gibt es?

In der Fütterung werden die bitterstoffarmen Süßlupinen eingesetzt, vor allem aber die Blauen Lupinen, da wegen der hohen Anfälligkeit gegenüber Pilzen und Anthraknose die gelb- und weißblühende Sorten kaum noch angebaut werden.

Vergleich Lupinen

Lupinen besitzen den höchsten Eiweißgehalt der heimischen Körnerleguminosen. Zudem verfügen Blaue Lupinen über einen höheren Energiegehalt, da der Rohfettgehalt der Blauen Lupinen höher und auch die Rohfaserverdaulichkeit besser ist. In der Rinderfütterung sind Lupinen mit einem Gesamtalkaloidgehalt von unter 0,05 % gut einsetzbar. Auch bei den Blauen Lupinen unterliegen die Inhaltsstoffe so starken Schwankungen, dass auf jeden Fall eine Analyse erfolgen sollte.

Konservierung

Körnerleguminosen sind bei einem Feuchtgehalt von maximal 12 % lagerfähig. Vor allem bei Ackerbohnen wird dies beim Dreschen oft überschritten, so dass ein geeignetes Konservierungsverfahren angewendet werden muss. Da die Trocknungskosten mit drei bis vier Euro pro Dezitonne sehr hoch sind, scheidet dieses Verfahren oftmals aus. Alternativ dazu kann die Konservierung mit organischen Säuren (Propion- oder Ameisensäure), Natronlauge oder Futterharnstoff vorgenommen werden (siehe Tabelle 3). In den meisten Fällen kommt die Säurekonservierung zum Einsatz.

Eine andere Möglichkeit in der Konservierung bietet die Silierung geschroteter oder gequetschter Körnerleguminosen in Folienschläuchen. Das Verfahren bietet sich vor allem bei Restfeuchtegehalten von über 25 % an, allerdings sollte dieser Wert bei der Silierung nicht unterschritten werden. Der Einsatz von Siliermitteln ist auf jeden Fall ratsam, da das Erntegut oft mit Hefen und Schimmelpilzen belastet ist. Bei der Planung der Silierung muss der Haufen so dimensioniert werden, dass der Vorschub nicht unter 2m/Woche liegt. Unabhängig vom Konservierungsverfahren sollte man das Erntegut immer zügig und ohne Zwischenlagerung konservieren, da sonst schnell Verderb eintreten kann.

Im nächsten Teil der Serie erfahren Sie mehr über weitere alternative Eiweißquellen wie Biertreber und Sonnenblumenextraktionsschrot.

Ihr direkter Kontakt zu uns

Andrea Fahrenholz
+49 (0) 8744 - 96010 - 0
+49 (0) 8744 - 96010 - 99

Weiterer Inhalt

Immer mehr liest der Verbraucher auf den Etiketten seiner Lebensmittel „ohne Gentechnik“. Doch was steckt genau hinter diesem Siegel und warum müssen Futtermittel auch gekennzeichnet werden, die GVO enthalten, aus ihnen bestehen oder

Die Nachfrage an Produkten ohne Gentechnik steigt stetig an. Daher müssen auch Landwirte ihre Rationsgestaltung und Futtermittelauswahl umstellen. Sojaextraktionsschrot dient als wesentlicher Bestandteil im Kraftfutter der Rinder. Im ersten Teil

niojio

Gesund, wirksam und voller Innovationskraft – das ist der Dreiklang, der unsere Produkte auszeichnet. Sano Produkte garantieren unseren Kunden den Zugang zu leistungsstarken, qualitativ hochwertigen Futtermitteln mit gehaltvollen Inhaltsstoffen,