Teil 2: Shredlage – Erste Praxisergebnisse – Erfahrungen zu Dichte und Gärqualität

Das Thema Shredlage beschäftigt auch die landwirtschaftlichen Hochschulen. Eine Bachelorarbeit an der Hochschule Osnabrück behandelte die Erfahrungen mit der neuen Häckseltechnik während der Ernte. An der Universität Göttingen untersuchte eine Masterarbeit die Maissilagen bei landwirtschaftlichen Betrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hinsichtlich Dichte und Gärqualität.

Die an der Hochschule Osnabrück 2016 fertiggestellte Bachelorarbeit von Christian Harker, beschäftigte sich mit den Erfahrungen deutscher Landwirte mit Shredlage. Dazu wurden neun Betriebsleiter zu ihren Eindrücken während der Ernte befragt. Im Schnitt ernteten die Betriebe mit einer Häcksellänge von 26 mm und einem Walzspalt von 1 mm.

Mehrkosten von etwa 15 Euro / ha

Während der Ernte traten auf keinem der Betriebe Probleme am Shredlage-Cracker auf. Bei den Durchsatzleistungen stellten sechs der neun Betriebe keine negativen Auswirkungen fest. Drei Betriebe nannten erhöhte Transportkapazitäten. Beim Befüllmanagement gab es vereinzelt Änderungen. Vier Betriebsleiter fuhren mit Häckselwagen über das Silo. Die anderen fünf Betriebe kippten den Mais vor dem Silo ab und schoben ihn anschließend hoch. Hier herrschte Uneinigkeit bei den Landwirten. Drei merkten an, dass sich der Mais gut ins Fahrsilo schieben lasse. Die beiden anderen erwähnten speziell bei Freigärhaufen Schwierigkeiten durch eine Verzahnung des Erntegutes. Alle Landwirte nannten als positiven Aspekt die sehr gute Zerkleinerung der Maiskörner. Später, beim Füttern der Shredlage waren deutlich weniger Körnerreste im Kot der Kühe zu finden. Die durchschnittlichen Mehrkosten für die Ernte von Shredlage lagen bei knapp 15 Euro / ha.

Dichtemessungen

In den Silostöcken wurden die Dichten gemessen. Nur im Randbereich erreichten die Shredlage-Silagen nicht die Zielwerte. Das ist auch bei vielen konventionellen Silagen der Fall. In der Mitte der Silostöcke sowie in den oberen Bereichen konnte die Shredlage die geforderten Dichten erfüllen.

Osnabrücker Ergebnisse im Überblick

  • Während der Ernte gab es keine Probleme oder verringerte Durchsatzleistungen.
  • Nach gut 50 Tagen Shredlage-Fütterung konnten drei der neun Betriebe den Strohanteil der Ration ohne negative Folgen senken.
  • Die Milchleistungen stiegen nicht signifikant an, allerdings wies die Milch auf drei Betrieben höhere Milchfettgehalte auf.
  • Die Kühe selektieren nicht, die Betriebsleiter fanden dazu deutlich weniger Körner im Kot.

Einer Masterarbeit an der Universität Göttingen untersuchte auf 25 Betrieben in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen die Maissilagen hinsichtlich Dichte und Gärqualität. Die dafür verwendeten Proben stammten von 15 herkömmlich kurz gehäckselten und von 10 Shredlage Silagen.

Problemzone Randbereich

Die Lagerungsdichten der herkömmlichen Maissilage und der Shredlage unterschieden sich im Mittel nicht bedeutend voneinander. Jedoch erreichten sowohl die Shredlage als auch die konventionelle Maissilage nicht die erforderlichen Sollwerte für die Lagerungsdichte von über 260 kg TM / m³. Das vielbeschriebene Problem der mangelnden Verdichtungsleistung in der Praxis wurde in diesem Versuch besonders in den Randbereichen deutlich. Die Lagerungsdichten hier unterschieden sich deutlich von denen im zentralen Bereich und lagen zum Teil weit unter den Sollwerten.

Gute Gärqualitäten

Bei den Gehalten der untersuchten Gärsäuren Milchsäure, Essigsäure und Ethanol traten im Mittel keine Unterschiede zwischen den Shredlage-Silagen und den herkömmlichen Maissilagen auf.

Elite Workshop

Ein Workshop der Fachzeitschrift Elite für Milchviehhalter und Lohnunternehmer zum Thema Shredlage brachte folgende Ergebnisse:

  • Shredlage lässt sich gut silieren – aber es ist sehr wichtig, im Silo dünne Schichten von max. 20 cm (!!!) abzuladen und von Beginn an intensiv zu walzen!
  • Siliermittel zur Verbesserung der aeroben Stabilität, im oberen Teil des Silohaufens einsetzen, senken das Risiko gegenüber Nacherwärmung deutlich ab (z.B. Labacsil® Duo oder Labcsil® Stabil).
  • Empfohlen wird auch, einen zusätzlichen Walzschlepper einzusetzen.

Shredlage gemeinsam mit Fütterungsberater einführen

Sie füttern bereits Shredlage, oder überlegen, im nächsten Jahr Shredlage auszuprobieren? Sprechen Sie mit Ihrem Sano Fütterungsberater darüber, er unterstützt Sie gerne bei der Rationsgestaltung. Gegebenenfalls sind Anpassungen im Silagemanagement und in der Fütterung erforderlich. Jede betriebliche Situation ist anders und erfordert betriebsindividuelle Maßnahmen.

Ihr direkter Kontakt zu uns

Sano Moderne Tierernährung GmbH
+49 (0) 8744 - 5754 - 000
+49 (0) 8744 - 9601 - 99
Grafenwald 1
84180 Loiching
Deutschland