Umrauschern auf der Spur (Teil 1)

Gute Fruchtbarkeit ist die Basis für eine rentable Ferkelproduktion. Unfruchtbarkeit oder Umrauschen ist immer noch einer der häufigsten Gründe für Sauenabgänge auf den Betrieben. Die Ursachen können vielfältig sein. Wichtig ist vor allem, die Situation genau zu analysieren. Im ersten Teil dieser Serie erhalten Sie Tipps und Hinweise, wie Sie das Auftreten von so genannten „zyklischen Umrauschern“ verhindern können.

Zyklusgerechte Umrauscher

Mit zyklusgerechte Umrauscher bezeichnet man Umrauscher, die nach 18 bis 24 Tagen oder nach 39 bis 45 Tagen wieder in Rausche kommen, das heißt nach einem bzw. zwei Zyklen. Die Sau hat demnach gerauscht, ohne dass eine Befruchtung stattgefunden hat. Häufige Gründe für eine Nicht-Befruchtung sind im Management der Besamungen, aber auch in der Fütterung zu finden.

Tipp 1: Besamungszeitpunkt

Verpasst man den optimalen Besamungszeitpunkt, so treffen die Spermien nicht auf die Eizellen und es findet keine Befruchtung statt. Daher sind eine deutliche Rausche und eine gute Brunstbeobachtung äußerst wichtig. Um die Rausche zu stimulieren, sollte mit Such-Ebern gearbeitet werden. Zusätzlich helfen Lichtprogramme (300 bis 500 LUX im Kopfbereich der Sauen für etwa 14 Stunden täglich) die Rausche zu intensivieren.

Tipp 2: Stimulation

Nur wenn die Sau ausreichend stimuliert ist, kann die Befruchtung erfolgreich sein. Dazu ist das Arbeiten mit einem „Such-Eber“ wichtig, der die Sauen stimuliert. Ist die Stimulation ausreichend, zieht die Sau das Sperma ein, reicht es noch nicht, muss mit Druck nachgeholfen werden um die Spermatube zu leeren. Verbessern kann man die Stimulation durch den Einsatz mehrere Eber nacheinander.

Tipp 3: Hygiene

Achten Sie beim Auftreten von zyklischen Umrauschern grundsätzlich auf eine hohen Hygienestandard und eine saubere Arbeitsweise. Dazu gehören neben sauberen Pipetten auch saubere Hände des Besamers und eine saubere Scheide der Sau.

Tipp 4: Fachgerechte Vorgehensweise

Besamungen fachgerecht durchzuführen ist keine Selbstverständlichkeit. Maßgeblich wichtig für den Erfolg ist bei der Besamung die Ruhe, Sorgfalt und richtige Technik, darauf sollten Sie sich konzentrieren. Vor allem bei neuen Mitarbeitern oder Auszubildenden muss genau auf die Arbeitsweise geachtet werden, damit sich keine Fehler ergeben, die langfristige negative wirtschaftliche Folgen haben.

Tipp 5: Spermaqualität und -lagerung

Nur wenn das Sperma qualitativ hochwertig ist, erreicht man eine hohe Befruchtungsrate. Besamungsstationen liefern in der Regel eine hochwertige Qualität des Spermas. Es muss dunkel und kühl gelagert werden. Kontrollieren Sie die Klimaboxen - auch wenn sie eine Temperaturanzeige haben - regelmäßig mit einem zusätzlichen Thermometer im Innenraum. Die optimale Temperatur liegt zwischen 16 und 18 °C. Reinigen Sie die Box regelmäßig, denn Staub auf den Kühlrippen oder im Bereich der Lüfter kann zum Funktionsverlust führen. Sperma wird in einer Nährlösung geliefert. Falls Sie die Tuben mehrere Tage lagern, wenden Sie diese ab und zu. So ist die Nährstoffversorgung der Spermien gesichert. Spermatuben vor Gebrauch nicht schütteln.

Tipp 6: Krankheiten

Selbst wenn die Besamung erfolgreich war, kann es zu zyklischen Umrauschern kommen. Das geschieht immer dann, wenn die Embryonen innerhalb der ersten 12 bis 14 Tage nach erfolgter Befruchtung absterben. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Krankheiten wie PRRS, SMEDI oder Influenza sind nur einige der möglichen Auslöser. Impfprogramme sollte man regelmäßig im Rahmen der Bestandsbetreuung mit dem Tierarzt durchführen. MMA-Monitoring und MMA-Prophylaxe sind ebenfalls Bestandteil der Spurensuche, wenn es um Umrauscher geht. Eine entzündete Gebärmutterschleimhaut ist nicht in der Lage, Embryonen aufzunehmen.

Tipp 7: Stress

Stress hilft vor der Besamung, die Rausche zu intensivieren, beispielsweise durch Einstallen der Sauen in eine Arena oder Stimu-Bucht. Nach erfolgter Belegung braucht die Sau allerdings Ruhe. Stress, zum Beispiel durch Rangkämpfe, zu hohe Stalltemperaturen oder zu wenig Platz erhöhen das Risiko für Umrauscher. Aus der unten stehenden Abbildung ist ersichtlich, dass die Eizelle erst nach etwa 12 Tagen mit der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut beginnt. Davor ist das Risiko für den Verlust der Embryonen sehr hoch.

Abbildung: Dauer (in Tagen) bis zur endgültigen Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter
 

Tipp 8: Fütterung

Eine gezielte Flushing-Fütterung mit etwa 3,3 bis 3,5 kg Säugefutter pro Tag in den Tagen vor der Belegung verbessert die Rausche und erhöht die Anzahl reifer Eizellen. Jedoch sollte man die Energieversorgung der Sau direkt nach der Belegung reduzieren. Eine zu hohe Energieversorgung nach der Belegung belastet den Leberstoffwechsel. Dies führt zu Stress und in der Folge zu Änderungen in der Hormonproduktion. So können sich die Eizellen nicht richtig Einnisten. Um Ihre Sauen direkt nach der Belegung zu unterstützen, stellen Sie die Tiere auf ein Tragefutter um. Füttern Sie davon etwa 14 Tage lang 2,5 kg pro Sau und Tag, bevor Sie in die Fütterung nach Körperkondition einsteigen.

Fazit: Zyklische Umrauscher bekommen Sie mit gutem Besamungsmanagement, optimaler Spermalagerung und Stressminimierung für Ihre Sauen in den Griff. Ein ausgefeiltes Fütterungskonzept sowie regelmäßige Kontrolle der Impfstrategie runden das Programm ab.

Im zweiten Teil der Serie erfahren Sie, welche Gründe es für azyklische Umrauscher gibt und wie Sie diese in den Griff bekommen.

 

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