Umrauschern auf der Spur (Teil 2)

Umrauscher sorgen für wirtschaftliche Verluste und Mehrarbeit im Sauenbetrieb. Zyklische Umrauscher lassen sich vor allem in 3-Woche-Rhythmus relativ einfach in die nächste Gruppe integrieren, während azyklische Umrauscher außerhalb der normalen Intervalle rauschen und dann nur sehr schwer wieder ein eine Gruppe einzuordnen sind. Wie sie den Gründen für azyklische Umrauscher auf die Spur kommen und somit viel Mehraufwand verhindern, lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie „Umrauschern auf der Spur“.

Azyklische Umrauscher

Azyklische Umrauscher sind Sauen, die nicht im 21-Tage-Intervall umrauschen, sondern außerhalb des normalen Zyklus. Hierbei kann man drei Arten von azyklischen Umrauschern unterschieden: Umrauscher bis Tag 18 nach erfolgter Besamung, Umrauscher zwischen Tag 25 und 38 nach der Belegung und mehr als 45 Tage nach Besamung.

Umrauscher bis Tag 18

Wenn Ihre Sauen bereits nach so kurzer Zeit wieder Umrauschen, so kann dies an der falschen Brunsterkennung liegen. Eine deutliche Brunst hilft solche Fehler zu verhindern. Hierzu müssen Maßnahmen in Fütterung und Management dafür sorgen, dass die Sau starke Brunstsymptome zeigt und zur passenden Zeit besamt wird.

Auch eine fehlerhafte Dokumentation führt immer wieder dazu, dass Sauen als azyklische Umauscher mit verkürztem Intervall auffallen. Eine sorgfältige Dokumentation der Umrauscher ist eine Grundvoraussetzung.

In der Praxis tritt immer wieder die Situation ein, dass Sauen bereits in der Säugezeit wieder rauschen. Dadurch ist eine ordnungsgemäße Besamung nach 5 Tagen Güstzeit kaum möglich. Die Gründe für die Rausche in der Laktation sind vielfältig. Vor allem, wenn die Ferkel keine ausreichende Menge an Milch abrufen, z.B. durch Durchfallerkrankungen oder Lebensschwäche. Aber auch die zu geringe Anzahl Ferkel pro Wurf kann ein Grund sein. Als weiterer Faktor spielen Mykotoxine eine wichtige Rolle. Wenn sie die Ausschüttung des Prolaktin, das die Milchbildung steuert, hemmen, wird der verfrühte Rauscheeintritt in der Säugezeit gefördert. Daher ist bei Problemen mit Umrauschern die Analyse des Futters auf Mykotoxine ratsam.

Abbildung: Grenzwerte für Mykotoxingehalte im Alleinfutter (Orientierungswerte BML)

Wenn der Abferkelstall ohne Lichtprogramm und somit unter Tageslichteinfluss betrieben wird, führt dies naturgemäß zu einer Verkürzung der Lichtperiode im Winter und zu einer Verlängerung im Sommer. Diese Schwankungen zusammen mit den üblichen und nötigen hohen Futtermengen während der Laktation können die verfrühten Rausche ebenfalls begünstigen.

Umrauscher zwischen Tag 25 und 38

Das Auftreten von Umrauschern in diesem Zeitraum ist ein Hinweis darauf, dass es zu einer Befruchtung gekommen ist. Jedoch waren die Embryonen nicht in der Lage, sich langfristig in die Gebärmutter einzunisten. Es kommt zum Embryonaltod zum Ende der Einbettungsphase. Die Gründe dafür sind vielfältig. Wenn weniger als 5 Embryonen in der Gebärmutter ankommen, kann es durch die zu geringe Auslastung der Gebärmutter zum Abstoßen der Embryonen kommen. Auch schlechte Qualität der Embryonen, wie beispielsweise Missbildungen führen zum Verlust.

Übermäßig ausgeprägte Stressfaktoren wie Hitze im Sommer, Gruppenhaltung in dynamischen Großgruppen oder Temperaturschwankungen im Stall können ebenso der Grund sein. Die Ausschüttung von Stresshormonen verhindert die Ausschüttung des Schwangerschaftsschutzhormons und es kommt zur Resorption der befruchteten Eizellen. Eine Optimierung von Haltung und Management sollten daher im Fokus stehen.

Azyklische Umrauscher können auch als Folge von Krankheiten wie beispielsweise PRRS, Influenza oder dem SMEDI-Komplex auftreten. Auch auf Betrieben, die regelmäßig impfen, können Nachlässigkeit bei der Handhabung der Impfungen oder Impflücken zu Problemen führen.

Zusätzlich können auch hier, wie oben bereits erwähnt, Mykotoxine im Futter der Grund für das Absterben der Embryonen sein.

Ein weiterer Risikofaktor ist die verstärkte Ovarzystenbildung durch hormonelle Fehlregulation. Die Ursachen für Eierstockzysten sind vielschichtig und reichen von Stress über mangelhafte Ernährung bis hin zu genetischer Veranlagung der Sau. Auch mangelhafte Anwendung von Hormonpräparaten kann der Auslöser sein. Besprechen Sie deshalb bei Problemen mit Umrauschern nicht nur das Impfregime mit Ihrem Tierarzt, sondern auch den Einsatz von zyklus-regulierenden Medikamenten und achten Sie darauf, dass diese Mittel immer vorschriftsmäßig eingesetzt werden.

Umrauscher ab Tag 45

Sauen, die nach so langer Zeit wieder umrauschen, erlitten in fast allen Fällen einen Abort durch Stress, Krankheit oder Futtervergiftungen (Mykotoxine, etc.). Es gibt auch einige stillbrünstige Sauen, die nach längerer Zeit wieder eine deutliche Rausche zeigen. Sie werden aber normalerweise frühzeitig durch die Trächtigkeitskontrolle als Leersauen identifiziert.

 

Zyklische Umrauscher sind ein komplexes Problem. Dokumentieren Sie exakt, an welchem Tag die Umrauscher auftreten, um eine Analyse der Ursachen vornehmen zu können. Je nach Zeitpunkt des Auftretens der Umrauscher sollten Sie dann Management und Fütterung auf den Prüfstand stellen. Zudem empfiehlt sich die Konsultation des Tierarztes, um Krankheiten auszuschließen, das Impfprogramm zu überprüfen und gemeinsam den Einsatz von Hormonpräparaten zu optimieren.

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