Vortragsveranstaltung „SmartDairyNutrition“

Prof. Michael Hutjens sprach zum Thema „Smart füttern heißt genauer füttern“

Das Jahr 2018 ist von Hitze und Dürre geprägt. Das hat auch weitreichende Folgen für die Milchviehwirtschaft: Die ausreichende Versorgung der Tiere mit Grundfutter wird bis zum Erntejahr 2019 schwierig bleiben. Daher ist es umso wichtiger, die Nährstoffgehalte der verfügbaren Silagen noch genauer zu analysieren und die Verdaulichkeiten zu kennen. AMTS™ LLC, Cumberland Valley Analytical Services (CVAS), DSP-Agrosoft und Sano haben gemeinsam als Partner das System SmartDairyNutrition entwickelt. Gerade in diesen Marktsituationen spielt das SDN-System seine Vorteile aus. Welche Reaktionsmöglichkeiten bieten sich für den Landwirt? Welche Bedeutung haben dabei Grundfutteranalysen? Diese und weitere Spannungsfelder thematisierte Prof. Dr. Michael Hutjens, „Fütterungspapst“ aus den USA, in der zweitägigen Vortragveranstaltung „SmartDairyNutrition“ Ende Oktober in Berlin.

Prof. Dr. Michael Hutjens aus den USA ist Spezialist in den Gebieten Milchviehfütterung, Rationsberechnung und Futtermittelbewertung. Neben seiner Professur an der renommierten University of Illinois ist er Herausgeber namhafter Studien und in zahlreichen landwirtschaftlichen Organisationen aktiv. Sano – Moderne Tierernährung und DSP-Agrosoft haben den „Fütterungspapst“, wie er häufig betitelt wird, zur Vortragsreihe „SmartDairyNutrition“ als Referent und Impulsgeber nach Berlin geladen. Als Moderator hat Ludger Eiting, Sano Vertriebsleiter und selbst passionierter Rinderzüchter, durch die zweitägige Vortragsreihe geführt und in seinen Ausführungen gekonnt das amerikanische Fütterungssystem mit den Bedingungen hierzulande verbunden.

Wissen, was in der Ration ist

Was sind die Erfolgsfaktoren für Milchviehbetriebe? Hier stellte Hutjens die hohe Trockenmasseaufnahme in den Vordergrund. „Denn nur in der Trockenmasse sind die für die Kuh wichtigen Nährstoffe enthalten. Die Nährstoffe im Pansen und Dünndarm müssen verdaut und verstoffwechselt werden“, so Hutjens. In seinem Vortrag erläuterte der Milchviehexperte die Anforderungen an die ausgewogene Versorgung mit Kohlenhydraten und Eiweiß sowie die Rolle von Fetten, Ölen und wichtigen Zusatzstoffen in der TMR.

Hauptnährstoff sind die Kohlenhydrate, die den größten Anteil der Ration ausmachen. Rund ein Drittel davon gehören zur Faserfraktion (NDF). Rund 40 Prozent sind faserfreie Kohlenhydrate (NFC). Bei Fasern und faserfreien Kohlenhydraten sind die Fasern alle unterschiedlich. Deshalb empfiehlt Hutjens Futteranalysen: „Ansonsten füttern Sie blind.“

Beim Eiweiß ist für Hutjens das umsetzbare Eiweiß mit den darin enthaltenen Aminosäuren die entscheidende Kenngröße. Bei den Aminosäuren stehen besonders Methionin und Lysin im Fokus. Sie können durch pansenstabile synthetische Aminosäuren gezielt ergänzt werden.

„Fett und Öl sind weit mehr als nur Energielieferanten“, sprach Hutjens weiter. Beim Einsatz ist zwischen pansenverfügbarem und pansenstabilem Fett zu unterscheiden. Ebenso sind die im Fett enthaltenen Fettsäuren wichtig. Je nach Fettsäuremuster können Landwirte unterschiedliche physiologische Wirkungen erzielen.

Welche Wirkstoffe sind in den USA erprobt? Welche werden als wirkungsvoll angesehen? Und welche bringen dem Landwirt einen abgesicherten Mehrwert? Antworten auf diese Fragen hat Hutjens: Pansenpuffer, Hefeprodukte, Siliermittel, Biotin und organisch gebundene Spurenelemente.

Grundfutterqualität – Wie beeinflusst sie mein Fütterungskonzept?

Grundfutter ist der kostengünstigste Nährstofflieferant und macht je nach Ration mit über 50 Prozent den Hauptbestandteil aus. Das Grundfutter liefert die für die Pansenmikroben, Pansenfunktion und Pansengesundheit wichtigen Fasern. Anhand der verschiedenen Faserkennzahlen wie NDFD und uNDF erläuterte Hutjens deren Bedeutung für hochwertige Silagen. Die Kennzahlen beeinflussen die Trockenmasseaufnahme und sind der Schlüssel für Leistung und Gesundheit der Kühe. Hutjens gibt den Grund: Die Trockenmasseaufnahme beeinflusst die Pansentätigkeit und somit die Menge an gebildeten flüchtigen Fettsäuren (FFS) sowie die Menge an gebildetem Mikrobenprotein. Bei Maissilagen ist laut Hutjens der Zerkleinerungsgrad der Maiskörner das entscheidende Qualitätskriterium. Abschließend gab der Experten den Tipp: „Die Grundfutterqualität muss in jedem Betrieb kontinuierlich kontrolliert werden. Sie ändert sich jährlich und von Schnitt zu Schnitt.“

Extreme Hitze und Trockenheit – Reaktionsmöglichkeiten bei Grundfutterausfall

Das Jahr 2018 war in vielen Regionen Deutschlands von extremer Trockenheit geprägt. Dies führte nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Futterpflanzen zu Hitze- und Trockenstress bis hin zu großen Schäden oder Totalausfällen. Für Milchviehbetriebe gibt es laut Hutjens verschiedene Möglichkeiten, auf fehlendes Grundfutter zu reagieren. Den Viehbestand zu verringern, ist eine Option. Hutjens empfiehlt, genau zu prüfen, wie viele Färsen tatsächlich für die künftige Remontierung benötigt werden. Bei Trockenschäden in der Maissilage stellt sich die Frage, ob die Bestände noch als Futter oder Stalleinstreu geerntet werden können oder als Dünger auf dem Feld verbleiben sollten. Die extreme Hitze in Verbindung mit Wassermangel führt auch zu erhöhten Nitrit- / Nitratgehalten in den Maissilagen. Zu hohe Gehalte können bei Kühen zu Vergiftungserscheinungen führen. Ebenso sollten Landwirte die Gehalte an Mykotoxinen im Auge behalten.

SmartDairyNutrition

Wissen, welche Nährstoffe mit welcher Verdaulichlkeit im Grundfutter enthalten sind. Die Fütterung aktiv lenken, um selbst bei schwierigen Voraussetzungen das Beste aus Betrieb und Tier herauszuholen. Das neue System SmartDairyNutrition (SDN) in Kooperation von AMTS™ LLC, Cumberland Valley Analytical Services (CVAS), DSP-Agrosoft und Sano spielt hier seine Vorteile aus. SDN verknüpft alle auf dem Betrieb zur Verfügung stehenden Daten und Systeme, wertet sie aus und gibt dem Landwirt damit ein Frühwarn, Auswertungs- und Kommunikationsinstrument an die Hand. „Mit SDN erhält der Landwirt Sicherheit in seinen Managemententscheidung“, erklärte Dr. Joachim Mentschel, verantwortlich für das Global Business Development bei Sano. „Mit einem Klick hat der Landwirt die wichtigsten Fütterungsparameter im Blick und sieht, ob Handlungsbedarf besteht – und das, bevor Syptome auftreten. Unterm Strich: SDN schenkt dem Landwirt Zeit und Sicherheit. Und wer hat nicht gerne mehr Zeit?“ Ein zustimmendes Nicken im Publikum.

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Im Mittelpunkt von SmartDairyNutrition steht eine ganzheitliche Systemlösung für die digitalisierte Fütterungs- und Herdenmanagementberatung.

Das Sano Labor ist im kroatischen Sano Werk in Popovača beheimatet und nach den CVAS-Vorgaben eingerichtet bzw. ausgestattet. Es arbeitet nach den hohen amerikanischen Analyse- und Qualitätsstandards.