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Neue Methoden für Futteranalyse und Rationsberechnung

Kühe am Futtertisch beim Fressen

Auf dem amerikanischen Kontinent bereits weit verbreitet, finden sich auch bei uns mehr und mehr Landwirte, die es nutzen. Experten sagen: Es ist nicht nur ein Trend, der gerade aus den USA herüber schwappt, sondern eine Revolution. Die Rede ist von neuen Methoden zur Futteranalyse und Rationsberechnung. Diese Futteranalysen sollen untersuchen, wie verdaulich einzelne Nährstoffe des Futters sind. Passend dazu gibt es dynamische Rationsrechner, die die Ergebnisse aufnehmen und daraus die tatsächlichen Verdauungsvorgänge im Pansen und Dünndarm darstellen. Hört sich spannend an? Wir haben alle wichtigen Fakten über die neuen Methoden zusammengefasst.

Viele Milchviehhalter kennen die Situation: Man lässt die eigene Gras- und Maissilage im Labor untersuchen und berechnet mit dem Ergebnis die Ration. Und dann das: Die Kühe reagieren anders als erwartet. Im Idealfall melken die Silagen besser. Doch es kann auch der umgekehrte Fall eintreten: Die Kühe geben weniger Milch als die berechnete Ration vorhersagt. Woran das liegt, fragen sich die meisten. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

Bei Milchviehhaltern in den USA bereits weit verbreitet, findet eine neue Analysemethode auch hier in Europa seinen Weg. CNCP-System heißt die neue Futteranalyse-Methode. Sie gibt an, wie verdaulich einzelne Nährstoffe in der Ration sind. 

4 zentrale Nährstoffe

Das CNCP-System ermittelt die Verdaulichkeit der einzelnen Nährstoffe einer Gras- oder Maissilage. Welche neuen Daten berechnet das System? Was ist der Unterschied zu den bisherigen Analysemethoden? Welche Auswirkungen sind zu erwarten? Kurzum, was bringt mir als Landwirt die neue Analyse- und Berechnungsmethode? Wir haben die Vorteile anhand der vier wichtigsten Inhaltsstoffe ergründet: Faser, Stärke, Eiweiß und Fett

Faser

Silagen und weitere Grundfuttermittel wie Heu oder Stroh sind die günstigsten Nährstoffquellen und machen den größten Anteil in der Ration aus. Die enthaltenen Fasern sind Nährstoffquelle für die Pansenmikroben und unterstützen damit die Gesundheit und Pansenfunktion. Bei den Fasern handelt es sich um die Gerüstsubstanzen einer Pflanzenzelle (Abbildung 1). Sie machen rund ein Drittel der Rationstrockenmasse aus. Analytisch lässt sich die Faser in unterschiedliche Fraktionen aufteilen:

NDF: Gesamte Zellwand. Der NDF-Gehalt steuert die TM-Aufnahme der Kuh.

ADF: Teil der Zellwand, der schlechter verdaulich ist und den Energiegehalt der jeweiligen Silage bestimmt. 

Der Analyseunterschied:

In den Analysen hierzulande werden überwiegend chemische Anteile, sprich die einzelnen Gehalte der Faserfraktion, bestimmt. Wichtig für die Kuhfütterung sind aber die sogenannten kinetischen und physikalischen Eigenschaften der Faser. Das sind die Verdaulichkeit und die physikalische Effektivität.

Das CNCPS misst verschiedene Kennzahlen der Verdaulichkeit: den dNDF und uNDF.

Stärke

Stärke beeinflusst die Futteraufnahme und Futtereffizienz nicht direkt – im Gegensatz zu Faser und Fett. Rationen aber alleine auf Basis des Gesamtstärkegehaltes zu berechnen, reicht nicht mehr aus. Die unterschiedlichen Stärkeverfügbarkeiten im Pansen bzw. Dünndarm hängen von der Beschaffenheit des gefütterten Ausgangsmaterials ab: harte bis weiche Stärke, feucht bis trocken, Vermahlungsgrad, physikalisch behandelt. Deshalb wird im Labor ebenfalls die Verdaulichkeit der Stärke bei Maissilagen ermittelt und im Kennwert IVSD 7 ausgedrückt. Hierbei handelt es sich um die in vitro Stärkeverdaulichkeit in Prozent innerhalb von sieben Stunden.

Eiweiß

Für den Inhaltsstoff Eiweiß sind im CNCPS die Kennzahlen „Umsetzbares Eiweiß“ (Pansenmikroben + pansenstabiles Eiweiß) und „umsetzbare Aminosäuren“ wichtig. Der Hintergrund: Die Kuh, genau wie das Schwein, hat keinen Bedarf an Rohprotein, sondern an Aminosäuren im Dünndarm. Der Vorteil: Mitthilfe des Bewertungssystems in Kombination mit dem AMTS-Berechnungsprogramm kann die Menge des gebildeten Mikrobenproteins im Pansen vorhergesagt werden. Die Haupteiweißquelle der Kuh ist somit gesichert.

Fett

Bei der Kuhfütterung wird Fett meist nur als Energiequelle wahrgenommen. Rationsberechnungen beziehen häufig nur den absoluten Fettgehalt mit ein. Doch Fett ist weit mehr als nur Energie. Fett kann in einer Systematik der enthaltenen Fettsäuren und Behandlungsverfahren unterschieden werden: Fett (fest) bzw. Öl (flüssig), pansengeschützt oder ungeschützt, kurzkettige Fettsäuren oder langkettige Fettsäuren, gesättigt oder ungesättigt. Mit der Auswahl der passenden Mischung kann der Landwirt gezielt Milchleistung, Milchfettgehalt und Fruchtbarkeit steuern. 

 

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