Betriebsreportage: Verdauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Landwirt Luger macht die Probe aufs Exempel

„Warum melken ‚gleicheʼ Rationen anders?“ – unter diesem Titel besuchte Landwirt Erwin Luger im Januar 2019 eine Vortragsveranstaltung von Futtermittelhändler Lettenmühle in  der Nähe von Ansbach, Bayern. Begriffe wie Verdaulichkeit von Faser und Stärke, CNCPS und Fettsäurezusammensetzung hat er aufgegriffen. Landwirte sollen ihr Grundfutter noch genauer analysieren lassen, hat er verstanden. Doch welchen Nutzen bringt das alles wirklich? Und: Füttere ich damit wirklich effizienter? Erwin Luger hat es ausprobiert.

Gut vier Wochen nach der Veranstaltung entschied sich Milchviehhalter Erwin Luger, die vorgestellte Futteranalyse und Berechnung nach CNCPS auszuprobieren. Er wollte wissen, ob es wirklich  stimmt, dass sich durch das exaktere System Leistung, Gesundheit und Fruchtbarkeit merkbar steigern lassen. Wo lagen die Punkte, die Luger verbessern wollte? Vor allem die Höhe der Milchleistung gefiel dem Betriebsleiter nicht. Mit 23,5 kg Tagesgemelk im Schnitt war er nicht zufrieden. Außerdem musste er täglich gut vier bis fünf Tiere in den Melkroboter nachtreiben, fast die Hälfte der Tiere ging lahm.

In einem Stallrundgang nahm Sano Fachberater Daniel Schütt die Punkte auf und erhob alle wichtigen Daten für die Rationsberechnung nach CNCPS. Die Analyse der Maissilage malte ein für  2018 typisches Bild: Wegen der extremen Trockenheit hat sich der Mais nicht gut entwickelt. Der Stärkegehalt lag bei nur knapp 20 Prozent. Die aktuelle Ration wies zudem einen großen Eiweißvorlauf auf, was sich in einem Milchharnstoffgehalt von 27 mg/dl Milch zeigte. Eine Eiweißüberversorgung kostet nicht nur Geld, sondern belastet auch den Stoffwechsel der Tiere und letztendlich auch die Umwelt durch erhöhte Stickstoffausscheidungen über Milch, Kot und Harn. Um die Faserverdauung von Mais- und Grassilage zu unterstützen, setzt Luger nun auf ein Mineralfutter mit Hefezusatz.

DER WEG ZU MEHR LEISTUNG UND GESUNDHEIT

Der Fütterungsexperte packte bei der Rationsoptimierung besonders die hohen Kraftfuttermengen am Transponder und den Eiweißvorlauf in der bestehenden Ration an. Durch den geringen Stärkegehalt in der Maissilage muss Energie über Gerste und Körnermais ergänzt werden. Die Futterberechnung nach CNCPS ist bei der Proteinbewertung gründlicher und achtet auch auf die Aminosäuren. Ein Eiweißsicherheitszuschlag ist deshalb nicht mehr nötig. Die Folge: Die Leber wird nicht belastet, Stickstoffverluste über Ausscheidungen reduziert. Das wirkt sich auch positiv in Bezug auf die neue Düngeverordnung aus.

4 MONATE FUTTERANALYSE UND BERECHNUNG NACH CNCPS…

Bereits vier Monate nach Umstellung der Rationsberechnung auf das CNCP-System kann Luger die Vorteile bestätigen: „Leistung und Gesundheit sind tatsächlich binnen kurzer Zeit konstant  angestiegen. Im Schnitt haben wir die Milchleistung um 5 kg pro Kuh und Tag steigern können.“

Mithilfe der ausgeglichenen Futterration sank auch die Zahl an Lahmheiten von 30 auf 15 Fälle. In der täglichen Stallarbeit bemerkt Luger besonders, dass nicht mehr vier bis fünf Kühe zum  Melken nachgetrieben werden müssen, sondern höchstens eine.

CNCPS LOHNT SICH

Schon nach dieser kurzen Zeit und mit der schlechten Maissilage 2018 konnte der Betrieb einen deutlichen Leistungsanstieg verzeichnen und dabei auch die Gesundheit der Herde merklich  verbessern.

„Eine stabile Leistungssteigerung auf 9300 kg Jahresschnitt möchte ich in Zukunft erreichen“, plant Luger. Gemeinsam mit Sano Fachberater Schütt werden sie auch dieses Ziel erreichen.

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