Fütterungsratgeber: Säugezeit Sauen

Zuchtsauen & Ferkel

In der Säugezeit von 21 bis 28 Tagen stehen die Milchbildung und die Reduzierung der Gewichtsverluste Ihrer Sauen im Vordergrund. Denn es gilt: „Eine Sau, die abnimmt, nimmt nicht auf.“ Das bedeutet, dass die nächste Belegung bei zu stark abgesäugten Sauen gefährdet ist. Ebenso sinkt bei hohen Körpermasseverlusten die Größe des nächsten Wurfes (Abb. 5).


Für ein optimales Management in der Säugezeit gilt es daher folgende Kernfragen zu beantworten:


1.  Wie gelingt es, eine hohe Milchleistung für eine gute Entwicklung der Ferkel zu erreichen und gleichzeitig aber die Gewichtsverluste der Sauen möglichst gering zu halten?

2.  Mit welcher Strategie können hohe Absetzgewichte erreicht werden?

 

 

Säugezeit Sauen: Was wichtig ist

 

  • Säugende Sauen mit großen Würfen haben einen sehr hohen Energie- und Proteinbedarf für die Milchbildung. Deshalb muss das Futter gut schmecken und > 13 MJ ME je kg enthalten.
  • Für Temperaturen über 22 °C gilt für die Sau:  +1 °C bedeutet –100 g Futteraufnahme pro Tag.
  • Viele Sauen entwickeln ab dem 8. Tag nach der Abferkelung eine Laktationshyperthermie. Die Folge ist eine reduzierte Futteraufnahme. Beugen Sie vor, indem Sie an Tag 9 und 10 die Futtermenge um 1 kg pro Tag reduzieren.
  • L-Carnitin fördert den Energiestoffwechsel und  verbessert die Verwertung der aufgenommenen Futterenergie.

 

Säugezeit Sauen: Viel Futter und viel Energie 

 

Um die genannten Leistungsziele zu erreichen, müssen die Sauen hohe Mengen Futter mit viel Energie und einer optimalen Aminosäurenzusammensetzung aufnehmen. Gewichtsverluste von 15 bis 20 kg sind bei hoher Milchleistung nicht zu verhindern. Um höhere Gewichtsverluste und damit Fruchtbarkeitsstörungen und Rauscheprobleme zu vermeiden, benötigt die Sau zusätzlich zu ihrem Erhaltungsbedarf (ca. 2 kg Futter) täglich etwa 0,5 kg Futter für jedes Ferkel (Milchleistung). Eine säugende Sau nutzt etwa 80 % der  Futterenergie für die Milchbildung!


Beispielrechnung zur Futteraufnahme:

Eine Sau im 3. Wurf mit 245 kg Lebendmasse, 14 bis 15 Ferkeln und 20 kg Gewichtsverlust benötigt täglich ca. 95 bis 110 MJ ME, was bei einem Energiegehalt im Futter von 13,0 MJ ME/kg bedeutet: Um viel Milch bilden zu können und wenig Körpergewicht dafür einzuschmelzen, muss die Sau täglich mind. 7,3 bis 8,5 kg Futter aufnehmen.


Sorgen Sie bei Sauen mit vielen Ferkeln für Futter mit > 13 MJ ME/kg, denn dann reduziert sich die Futtermenge, die die Sau aufnehmen muss.


Futtermenge bei einem Bedarf von 95 MJ ME:

13,0 MJ ME/kg Futter = 7,3 kg/Tag

13,6 MJ ME/kg Futter = 7 kg/Tag = –300 g!

 

Ist das Futter energiereicher, müssen Ihre Sauen also weniger davon fressen, um den Bedarf zu decken. Dies ist besonders im Sommer bei hohen Temperaturen sinnvoll, da hier die Futteraufnahme oft beeinträchtigt ist. Bei Sauen im Abferkelbereich rechnet man für +1 °C (über 22 °C) mit einem Rückgang der Futteraufnahme um 100 g/Tag.


Um die Futteraufnahme zu verbessern, steigern Sie die tägliche Futtermenge vom 3. bis zum 8. Tag nach der Abferkelung schrittweise um 0,5 bis 1,0 kg, sodass die Sauen am 8. Tag nach der Abferkelung folgende Mengen Säugemischung fressen:

  • Jungsauen 4,5 kg
  • Altsauen 5,5 kg

 


Laktationshyperthermie

 

Viele Sauen entwickeln ab dem 8. Tag nach der  Abferkelung aufgrund des intensiven Stoffwechsels eine ansteigende Körpertemperatur (Laktationshyperthermie). Die Folge ist eine reduzierte Futteraufnahme. Entlasten Sie die Sauen und beugen Sie  der Laktationshyperthermie vor, indem Sie an Tag  9 und 10 nach der Abferkelung die täglichen  Futtermengen um 1 kg reduzieren und nach folgender Empfehlung füttern:

  • Jungsauen 3,5 kg Säugemischung
  • Altsauen 4,5 kg Säugemischung


Steigern Sie danach die Futtermengen individuell und schrittweise auf ad libitum. Gefüttert werden sollte immer „auf den blanken Trog“. Denn ist noch altes  Futter im Trog, nehmen die Sauen als Folge häufig auch zu wenig Wasser auf. Zudem ist die sensorische und hygienische Qualität des mit Wasser im Trog stehenden Futters schlecht. Hier ist die tierindividuelle Kontrolle und Einstellung der Futtermengen besonders wichtig. Gegebenenfalls muss die Futtermenge auch mal reduziert werden.

Die Fütterung der säugenden Sau hat erheblichen Einfluss auf die Menge und Qualität der Sauenmilch und damit auf die Entwicklung der Saugferkel.  Bekommen die Saugferkel über die Muttermilch nicht genügend Nährstoffe, Mineralstoffe, Antikörper, Vitamine und Spurenelemente, so steigt die Krankheitsanfälligkeit und die Ferkel wachsen langsamer. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Sau unter einer Gesäuge-Entzündung und Milchmangel leidet oder nicht optimal zusammengesetztes Futter erhält. Das Futter für säugende Sauen muss ausreichend Energie, Aminosäuren und Calcium für die Milchbildung enthalten.

 

Erhalten Sie hier alle Informationen zur Säugezeit und allgemein zur Fütterung von Sauen & Ferkel in unserem umfangreichen Fütterungskonzept für Zuchtsauen & Ferkel. 

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