GVO-freie Fütterung

Alternative Eiweißquellen

Die Nachfrage an Produkten ohne Gentechnik steigt stetig an. Daher müssen auch Landwirte ihre Rationsgestaltung und Futtermittelauswahl umstellen. Sojaextraktionsschrot dient als wesentlicher Bestandteil im Kraftfutter der Rinder. Im ersten Teil der Serie „GVO-freie Fütterung – Alternative Eiweißquellen“ erfahren Sie mehr über Rapsextraktionsschrot und Getreideschlempe.

Rapsextraktionsschrot

Wie wird Rapsextraktionsschrot hergestellt?

Der Schrot ist ein Nebenprodukt der Rapsölherstellung. Die Rapssaat wird geschrotet und erwärmt, damit die Ölausbeute beim Auspressen erhöht wird. Hierbei entsteht Rapskuchen, welcher einen Restfettgehalt von 8 – 18 % enthält. Mit Lösungsmittel wird der Großteil des restlichen Öls herausgefiltert, welches einen Restfettgehalt von 2 – 3 % aufweist. Unter Druck und mit heißem Wasserdampf wird das Lösungsmittel wieder herausgelöst.

Welche Vorteile hat der Rapsextraktionsschrot?

Besonders Rapsextraktionsschrot hat verfahrensbedingt einen höheren Proteingehalt gegenüber von Rapskuchen. Durch die druck-thermische Behandlung, dem sogenannten Toasten, entsteht ein pansengeschützter Rapsextraktionsschrot. Dieser wird von unterschiedlichen Herstellern im Handel angeboten. Bei diesem Verfahren erhöht sich die Pansenbeständigkeit von 30 auf 60 % pansenbeständiges Futterprotein. Eine erhöhte Beständigkeit der Proteine weisen vor allem Rapskuchen oder Rapsextraktionsschrote vor, die mit Holzzucker behandelt sind. Mit einer höheren Versorgung von pansenbeständigem Protein erhöht sich das nutzbare Rohprotein in der Ration und dieses wirkt sich wiederum positiv auf Tageszunahmen, Milchleistung und Milcheiweißgehalt aus.

Tipps zum Einsatz von Rapsprodukten

Zu beachten ist, dass bei dem Einsatz von Rapskuchen der Restfettanteil nicht mehr als 15 % enthält. Der Gesamtanteil von pansenverfügbaren Fett in der Ration sollte daher nicht über 4 % sein. Ebenso sollte der Rapskuchen nicht länger als drei Monate gelagert werden, da hier die Gefahr von Peroxidbildung aus ungesättigten Fettsäuren besteht. Versuche zeigen, dass Sojaextraktionsschrot komplett durch Rapsprodukte ersetzt werden kann, wenn man auf die Einhaltung der Rationsparamenter und die Besonderheiten der Rapsprodukte achtet. Die Einsatzbegrenzung von Rapsprodukten in der Rinder- und Milchviehfütterung gibt der Gehalt an Glucosinolaten vor. Die Zufuhr von 50 Millimol pro Tier und Tag Gesamtglucosinolat sollte nicht überschritten werden, da diese die Futteraufnahme und Leistungen beeinträchtigen können. Daher ist auch bei 00-Raps Vorsicht geboten, dieser kann auch eine geringe Menge von Glucosinolaten aufweisen. Die Gehalte von Rapsprodukten liegen abhängig von der Sorte und dem Bearbeitungsverfahren zwischen 3 und 15 mmol / kg.

Nicht nur Rapsextraktionsschrot kann als alternative Eiweißquelle dienen. Es gibt auch viele andere Stoffe, wie beispielsweise die Getreideschlempe, die den Sojaextraktionsschrot ersetzen kann.

Getreideschlempen

Wie wird Getreideschlempe hergestellt?

Bei der Herstellung von Bioethanol fallen Getreideschlempen an. Die Schlempen bestehen aus den bei der Vergärung verbleibenden Getreiderückständen. Je nach Ausgangsmaterial unterscheidet man zwischen Mais-, Weizen-, Weizen/Gerste- und Roggenschlempe. Ebenso bestehen Unterschiede in der Konservierung: Zum einen sind Trockenschlempen und zum anderen sind Pressschlempen auf dem Markt.

Welche Vorteile bieten die einzelnen Schlempen?

Maisschlempe: Die Maisschlempe ist relativ fettreich, dafür ist diese wiederum mit einem geringeren Rohproteingehalt ausgestattet als beispielsweise die Weizen- und Weizen-/Gerstenschlempe. Verantwortlich sind hierfür die Inhaltsstoffe des Ausgangsmaterials. Dafür bietet die Maisschlempe einen hohen Anteil an pansenbeständigen Proteinen.

Weizen- und Weizen-/Gersteschlempen: Bei dem Energie- und Rohproteingehalt sind die Werte mit dem Rapsextraktionsschrot vergleichbar. Unterschiede bestehen beim pansenbeständigen Futterproteinanteil von 40 % bei den Schlempen zu 30 % beim Rapsextraktionsschrot. Damit sind auch die kalkulierten nXP und RNB-Werte vom Rapsextraktionsschrot abweichend.

Tipps zum Einsatz von Schlempen

Der Einsatzbereich von Weizen- und Weizen-/Gerstenschlempen ist ähnlich wie der Einsatzbereich bei Rapsextraktionsschrot. In der Kälber- und Fresseraufzucht als auch in der Milchviehfütterung können Anteile von 15 % eingesetzt werden. In der Mastrinderfütterung kann man noch höhere Anteile bis zu 30 % im Kraftfutter einsetzen.

Erfahren Sie in der nächsten Ausgabe des Sano Landwirte Newsletters noch mehr über die alternativen Eiweißquellen wie Biertreber und Körnerleguminosen.

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