Metabolic Sprint Konzept

Ad libitum Tränke lässt die Milch sprinten

Flachau, der auf 920 m Seehöhe gelegene Ort ist nicht nur als Skiparadies und Heimat namhafter Skisportler bekannt, sondern beherbergt auch einen der renommiertesten Pinzgauer-Zuchtbetriebe Österreichs: den Thurnhof. Wir haben einen Blick hinter die Stalltüre des Traditionsbetriebes geworfen.

Franz und Barbara Laubichler sind Landwirte aus Leidenschaft. Mit ihren fünf Kindern bewirtschaften sie den Thurnhof in der vierten Generation. Der Hof besteht aus 50 Hektar Grünland mit 80 Milchkühen und der weiblichen Nachzucht. Für den Sommer- und Winterurlaub bietet Familie Laubichler außerdem noch Ferienwohnungen und Appartements auf dem Thurnhof an.

Sommer in den Bergen

Die Kühe und das Jungvieh von Familie Laubichler kommen von Juni bis September auf die Alpe. Für den Betrieb ist deshalb eine saisonale Abkalbung im Herbst wichtig. Bei der Fütterung vertraut Franz Laubichler einem bewährtem System: Sobald die ersten Kühe im Stall gekalbt haben, wird eine Teil-Mischration verfüttert mit Gras- und Maissilage, Biertrebersilage, Körnermais, Eiweißfutter und 600 g Mipro HP 600®je Kuh und Tag. Zusätzlich bekommen die Kühe über Kraftfutterstationen ein 20/5er Milchleistungsfutter mit pansengeschütztem Fett. Die Leistung der Kühe liegt derzeit bei 9.000 kg Milch. Eine Spitzenleistung, bedenkt man, dass die Kühe drei bis vier Monate im Jahr auf der Alm verbringen.

Eine Entscheidung mit Folgen

Vor gut acht Jahren hat die Zusammenarbeit von Familie Laubichler und Sano Fachgebietsleiter Mato Janjić begonnen. Die Kunst, gesunde und widerstandsfähige Kälber aufzuziehen, der Betrieb Laubichler hat es perfektioniert. Die Familie vertraut dabei auf das Metaboli Sprint Konzept.

Was bedeutet Metabolic Sprint?

Studien und Praxistext zeigen: Je mehr Nährstoffe die Kälber in den ersten drei Lebenswochen aufnehmen, umso höher ist die Vitalität. Die Ausbildung der wichtigsten Organe wie Leber, Herz, Nieren, aber auch die des Euterdrüsengewebes wird gefördert. Das bedeutet, der Stoffwechsel (Metabolismus) der späteren Milchkühe ist leistungsfähiger und auch widerstandsfähiger gegen Stoffwechselkrankheiten. Das Metabolic Sprint Konzept mit der ad libitum Tränke legt damit den Grundstein für langlebige Kühe mit hohen Milchleistungen.

Ad libitum Tränke

Die Kälber auf dem Thurnhof dürfen in den ersten drei Lebenswochen so viel Milch trinken, wie sie wollen. Franz Laubichler ist überzeugt: „Das führt zu einer besseren Verträglichkeit und einer höheren Vollmilchaufnahme in den ersten Lebenstagen. Dadurch bekommen die Kälber mehr Nährstoffe und sind widerstandsfähiger.“

Das Tränke-Konzept von Familie Laubichler

  • In der ersten Lebenswoche erhalten die Kälber Kolostrum bzw. Übergangsmilch. Um auch bei „kalter“ Milch eine funktionierende Eiweißgerinnung zu erreichen, säuert der Betrieb die Tränke ab dem zweiten Lebenstag mit 2 ml Acidosan® an. Mit dem Ziel pH-Wert von 5,5 gerinnt die Milch im Labmagen besser und das Ausbreiten von Schadkeimen wird verhindert.
  • Ab der zweiten Lebenswoche erhalten die Kälber den Milchaustauscher Sanolac Startino®mit einer Tränkekonzentration von 160 g je Liter Wasser. Sanolac Startino®enthält 50 % Magermilchpulver mit wertvollem und leicht verdaulichem Milcheiweiß. Vor allem bei jungen Kälbern und besonders bei der Ad libitum Tränke ist es wichtig, dass im Milchaustauscher wenig bis gar keine pflanzlichen Eiweiße enthalten sind. Der Grund: Jungen Kälbern fehlen zunächst noch die Enzyme, um pflanzliches Eiweiß verdauen zu können. Bei größeren Mengen kann dies zu Verdauungsstörungen und Durchfall führen. Durch den hohen Magermilchpulveranteil von 50 % verbessert Sanolac Startino® also das Wachstum der Kälber.
  • Ab der vierten Lebenswoche stellt Franz Laubichler auf den Milchaustauscher Milli M® um und reduziert die Milchmenge schrittweise von 8 Liter in der vierten Woche auf 2 Liter beim Absetzen in der zehnten Woche.

Messbare Erfolge

„Seit der Umsetzung des Metabolic Sprint-Konzeptes sind die Kälber deutlich vitaler, es treten weniger Durchfallprobleme auf, die Tageszunahmen sind höher und die Qualität der Bullenkälber ist gestiegen“, freut sich Familie Laubichler. Der Erfolg ist auf dem Thurnhof sogar in „Litern“ messbar: Die Leistung der Erstlingskühe ist um 400 kg Milch gestiegen.

Ihr direkter Kontakt zu uns

Mato Janjic
Fachgebietsleiter Tierernährung Rind
+43 664 1065723
+49 8744 9601923

Weiterer Inhalt

Die Biestmilchphase beeinflusst das ganze Leben des Tieres. Hier die wichtigsten Fakten zur optimalen Versorung in der Biestmilchphase: