Nacherwärmung wirkungsvoll verhindern

Wie Sie hohe Futteraufnahmen in der warmen Jahreszeit schaffen

Sommer bedeutet für Tiere oft Hitze, Stress und keine Lust auf Fressen. Eine zu geringe (Grund-)Futteraufnahme ist eines der Hauptprobleme auf vielen Betrieben. Die Folge: Milchmengenrückgang, sinkende Inhaltsstoffe, steigende Zellzahlen, eine Pansenübersäuerung und nachfolgende Klauenprobleme. Was kann man tun, um dies zu verhindern?

 

Nehmen die Kühe ausreichende Mengen an Grundration, Teil-Mischration oder Total-Mischration am Futtertisch auf, ist ein wichtiger Baustein für gesunde, leistungsstarke und langlebige Kühe gelegt. Dies gelingt aber nicht immer. Die Futteraufnahme lässt sich mithilfe gezielter Maßnahmen bei Haltung und Fütterung wesentlich erhöhen.

 

Haltungsmaßnahmen

  • Natürliche Luftzirkulation durch große Zu- und Abluftöffnungen schaffen
  • Stalldach gegen Sonneneinstrahlung isolieren
  • Regelbare und großvolumige Ventilatoren
  • Verrieseln von Wasser über feine Düsen (Kühe nicht durchnässen)
  • Glatte Oberfläche am Futtertisch
  • Passende Anzahl und Breite der Fressplätze
  • Rutschfeste und trittsichere Laufgänge

 

Fütterungsmaßnahmen

  • Ausreichende Wasserversorgung durch große, offene Tränkebecken
  • Optimale Vorbereitung auf die Laktation (Trockensteherfütterung)
  • Gesundheitskontrolle bei allen Frischabkalbern in den ersten Tagen
  • Schmackhaftes und qualitativ gutes Grundfutter (Silagen) verfüttern
  • Ration auf Nacherwärmung kontrollieren
  • Täglich frisch füttern; bei Nacherwärmung zweimal täglich füttern
  • Futter mehrmals täglich nachschieben
  • Auf ausreichende Strukturversorgung achten
  • Anteil leicht löslicher Kohlenhydrate in der Ration beachten
  • Pansenfreundliche Energiekomponenten (z.B. Trockenschnitzel) füttern
  • Ausreichende Menge Mineralfutter einsetzen
  • Lebendhefen (Kristall Hefe® oder Mipro®) zur Steigerung der Futteraufnahme und Pansenstabilisation einmischen

 

Problem Nacherwärmung

Warme Silagen und Mischrationen verschärfen das Problem einer zu geringen Futteraufnahme zusätzlich. Jedes Jahr entstehen so große Verluste für die Landwirte. Erwärmungen zu verhindern, gilt als oberste Priorität. Besonders im Frühjahr und Sommer ist das Risiko für Mischrationen, die sich auf dem Futtertisch erwärmen, deutlich erhöht. Grund dafür sind vor allem Hefepilze, die über warme Silagen in die Mischungen gelangen. Aber auch unsachgemäß gelagertes Kraftfutter oder bereits alkoholhaltige Nebenprodukte fördern die Erwärmung.

 

Unangenehme Folgen

Bei der Milchviehfütterung ist der Einsatz von Mischrationen weit verbreitet. So ergeben sich daraus positive Effekte hinsichtlich Futteraufnahme und Pansenphysiologie. Mischt man jedoch bereits warme oder instabile Silagen ein, erwärmen sich die Mischrationen innerhalb weniger Stunden. Die Mikroorganismen und das Kraftfutter, vor allem Zucker und Stärke, reagieren durch Sauerstoff und Feuchtigkeit sehr schnell.

 

Folgen einer Nacherwärmung

 

Nacherwärmung verhindern

Nutzen Sie alle Möglichkeiten, diese Erwärmungen zu verhindern. Silagen, die nach dem Öffnen des Silos zu einer Nacherwärmung neigen, können nur noch schwer bzw. unzureichend stabilisiert werden. Die Empfehlung für „kühle“ Mischrationen: optimales Siliermanagement und Einsatz von Labacsil Duo®.

 

Frische und stabile Mischrationen mit Acid Protect TMR®

Eine weitere wirkungsvolle Arbeitshilfe ist das Wirkstoffkonzentrat Acid Protect TMR®. Durch seine Pulverform lässt es sich gut einmischen und ist gegenüber Metall nicht korrosiv. Acid Protect TMR® ist hochwirksam gegen Hefen und Schimmelpilzen und wird je nach Nacherwärmungsgefahr mit 50 bis 150 g pro Tier und Tag in die Mischration eingemischt.

 

Ihr Nutzen mit Acid Protect TMR®

  • Frische und schmackhafte Mischrationen
  • Schutz vor Nährstoffverlusten durch Nacherwärmung
  • Unterdrückung von Hefen und Pilzen
  • Gute Futterqualität
  • Hohe Futteraufnahme

 

Tipps gegen Nacherwärmung

Silage und Silos

Den Silostock bei der Entnahme nicht auflockern. Der eindringende Sauerstoff führt zur Erwärmung mit sichtbarer Schimmelbildung. Gerade und feste Anschnittflächen sind wichtig. Lose Silage im Silo sofort entfernen. Nicht zu viel im Voraus aufdecken. Legen Sie Silosäcke an die Anschnittkante.

Futtermischwagen

Bei Problemen mit Nacherwärmung ist es sinnvoll, zweimal täglich zu mischen und zu füttern. Die Futtervorlage in den kühleren Abendstunden bringt ebenfalls Vorteile. Bei Futtermischwagen darauf achten, diese restlos zu entleeren. Reste erwärmen sich sehr schnell, werden so unter die neue Ration gemischt und „beimpfen“ diese mit einer hohen Konzentration an Schadkeimen.

Futtertisch

Der Futtertisch ist mindestens einmal am Tag komplett zu säubern. Ein glatter Futtertisch erleichtert die Arbeit deutlich. Zudem setzt sich in rauen Oberflächen, Ecken und Kanten ein schmieriger Belag ab, der unangenehm riecht und viele Pilz- und Schimmelsporen enthält. Wird frisches Futter vorgelegt, erwärmt es sich schnell.

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Dr. Jörg Bekkering
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