Mittwoch, 8. Mai 2019
Veranstaltung

Trends in der Milchproduktion

Am Puls der Zeit sein, die Trends und Herausforderungen aufnehmen und die Chancen nutzen: Im Rahmen des Sano Welttreffens Anfang Mai referierte Bernd Lührmann, Unternehmensberater von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, zum Thema „Stand der globalen Milchproduktion und lokaler Auswirkungen“.

Die Landwirtschaft ist wichtiger Teil und Produzent in der Nahrungskette. Die Entwicklung der Weltbevölkerung habe deshalb einen direkten Einfluss. Während in Europa das Bevölkerungswachstum sinke, so Bernd Lührmann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, steige die Zahl vor allem in Afrika und Asien. Dabei seien dies keine Selbstversorgerländer, sondern werden über den Welthandel bedient. Wer sind die Spieler am Weltmarkt? Dem Unternehmensberater zufolge werden die größten Milchexporteure die EU, Nordamerika und Ozeanien sein. Für Sand im Handelsgetriebe sorgen vor allem politische Verwerfungen wie Handelskriege. Global gesehen.
Geht man näher in die Mikroansicht steht auch der einzelne Landwirt vor einer Reihe von Herausforderungen.

Bestimmt der Milchpreis den Unternehmergewinn?

Eine der drängendsten Fragen ist: Wer bestimmt den Unternehmergewinn? Ist es der Milchpreis und/ oder die Produktionskosten? Erfolg werde laut Lührmann vor allem derjenige haben, der ein stabiles Unternehmensgeflecht aus Entwicklungsfähigkeit, Liquidität, Rentabilität und Stabilität hat. Der Landwirt selbst befinde sich in einem Spannungsfeld aus Politik, Handel und Verarbeitung, Natur-, Tier und Ressourcenschutz sowie dem Verbraucher. Der Verbraucher und Handel äußert idealisierte Produkt- und Erzeugereigenschaften und das zum günstigsten Preis. „Ein hungriger Mensch hat ein Problem, ein satter viele“, brachte es der Experte auf den Punkt.

Allgemeine Meinungsbilder werden häufig zum persönlichen Meinungsbild gemacht. „Der Gesellschaft wird suggeriert, dass wir eine mangelhafte, schlechte Landwirtschaft haben. Dabei haben wir wissenschaftlich gesehen eine so gute Landwirtschaft wie noch nie zuvor“, so der Redner. Dieser Zwiespalt herrsche in allen Industrienationen, in Deutschland aber im Extremen.

Milchproduktion der Zukunft

Und die Auswirkungen? Die sind laut Lührmann vielfältig. Zum einen wird sich die Betriebsstruktur und -organisation ändern. Er prognostizierte, dass die Zahl der Milchviehbetriebe in den nächsten 15 Jahren auf unter 20 000 sinken werde. Die Kuhzahl und Milchleistung werden dabei steigen. Das habe auch Auswirkungen auf die Fütterung. So gewinne zum Beispiel die Futterverwertung erheblich an Bedeutung. Sie muss weiter erforscht und bestimmt werden. Die Rationsgestaltung und Bedarfsdeckung wird aufgrund steigender Datendichte (Messungen, Sensoren, Beobachtungen) immer genauer. Die Achilles Ferse der Betriebe wird die Personalgewinnung sein, stellte der Berater die Prognose.

Das Fazit von Lührmann: „Die Landwirtschaft wird künftig different wahrgenommen – in Entwicklungsräumen als primärer und wichtigster Nahrungsmittelerzeuger, in ‚Wohlstandsgesellschaften‘ als hilfreicher und günstiger Umweltpfleger.“

Ihr direkter Kontakt zu uns

Sano Moderne Tierernährung GmbH
+49 (0) 8744 - 5754 - 000
+49 (0) 8744 - 9601 - 99
Grafenwald 1
84180 Loiching
Deutschland