WENIGER STICKSTOFF AUSSCHEIDEN - SO GEHT'S

Die Ansprüche an Landwirte sind hoch. Tiergesundheit und Tierwohl stehen mehr denn je im Fokus. Die aktuelle Düngeverordnung stellt die Betriebe zusätzlich vor große Herausforderungen. Damit einher geht die Forderung, Stickstoffausscheidungen zu senken, ohne dabei die Leistung  der Tiere und Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu schmälern. Mit der  Futtermittelanalyse und Rationsberechnung nach dem amerikanischen CNCPS-Modell gelingt es Landwirten, die Stickstoff-Nutzungseffizienz zu verbessern und ihre Milchproduktion ressourcenschonend zu gestalten.

Betriebliche Nährstoffströme (Stichwort „Hoftorbilanz“) werden  immer weiter eingeschränkt und erfordern auch von Seiten der Fütterung aktives Handeln. Ziel ist, die Nährstoffe, insbesondere  Stickstoff (N), möglichst effizient zu nutzen und unproduktive Ausscheidungen zu senken. Größter Stellhebel ist die Reduktion  der N-Ausscheidungen über den Harn. Rund ein Viertel des aufgenommenen Futterstickstoffs werden in Fleisch oder Milch umgewandelt, ein weiteres Viertel wird über den Kot ausgeschieden  und der Rest verlässt den Verdauungstrakt der Kuh ungenutzt über den Harn.

CNCPS BETRACHTET PROTEIN NOCH GENAUER

Bekannt ist die Unterteilung des Rohproteins in pansenabbaubares und pansenbeständiges Protein. Das CNCP-System  unterscheidet beim Rohprotein fünf verschiedene Fraktionen  (A1, A2, B1, B2 und C) anhand ihres chemischen Aufbaus und  ihrer Abbaubarkeit im Verdauungstrakt. Damit lässt sich sehr  genau darstellen, welche Mengen an Nicht-Protein-Stickstoff (NPN-Verbindungen), Aminosäuren und Proteinen zu welchem  Zeitpunkt im Pansen für die Pansenmikroben zur Verfügung  stehen. Dadurch ist der landläufig bekannte „Proteinvorlauf“  in Futterrationen nicht mehr nötig. Die Folge: Der Pansen setzt  nur noch das Protein frei, das auch produktiv genutzt wird. Das

spart Geld und erhöht das Einkommen nach Futterkosten (IOFC). Gleichzeitig entlastet es Leber und Umwelt, weil weniger Stickstoff über Milch und Harn ausgeschieden wird.

STEIGERUNG DER N-NUTZUNGSEFFIZIENZ

Das Ziel ist, die Nährstoffe, insbesondere N, möglichst effizient zu nutzen und unproduktive Ausscheidungen zu senken. Um die  N-Nutzungseffizienz zu steigern, bietet das CNCP-System einen  Kniff: Es lässt die Stickstoff- und Proteinquellen in der Ration so aufeinander abstimmen, dass sowohl im Pansen als auch im  Darm genau die N-Mengen bereitgestellt werden, die dort benötigt und aufgenommen werden.

Die Futtermittelanalyse nach CNCPS erfasst neben den NPN- und Proteinfraktionen auch das Aminosäuremuster, sprich die genauen Aminosäurengehalte, aus denen sich das Protein im Futter zusammensetzt. Bestimmte Aminosäuren, wie zum Beispiel  Methionin, zeichnen sich über den reinen Nährwert hinaus durch  ihre positiven Effekte auf die Tiergesundheit aus. Die sogenannten „funktionellen Effekte“ werden mit CNCPS effektiv genutzt. Das Programm sagt dank Kenntnis von Aminosäuremuster, Abbaucharakteristik und Passagerate präzise voraus, an welcher  Stelle des Verdauungstraktes (Pansen oder Dünndarm) welche  Aminosäuren freigesetzt respektive resorbiert werden. So ist es  möglich, näher am idealen Futtereiweiß und wirklichen Bedarf  der Tiere zu füttern. Der Gesamtproteingehalt in der Ration kann gesenkt und erstlimitierende Aminosäuren – sofern nötig - gezielt zugefüttert werden. Die erstlimitierenden Aminosäuren  in Hochleistungsrationen für Milchkühe sind üblicherweise Methionin und Lysin.

DIE PRAKTISCHE UMSETZUNG

Eine optimal abgestimmte Futterration für hochleistende Tiere sollte den Bedarf der wichtigsten essentiellen Aminosäuren,  Methionin und Lysin, zu 100 Prozent decken. Der Deckungsgrad hängt maßgeblich davon ab, welche Grundfuttermittel in welchem Verhältnis in der Ration enthalten sind. Ebenso hat die Wahl der Eiweißfuttermittel große Auswirkung auf die Bedarfsdeckung der zwei essentiellen Aminosäuren: Rapsextraktionsschrot liefert vor allem Methionin, Sojaextraktionsschrot Lysin. Erfolgt die Bedarfsdeckung allein durch Raps- und Sojaextraktionsschrot, sind die Kühe meist überversorgt an Protein. Der Grund: Die Kraftfutterkomponenten liefern nicht im entsprechenden Verhältnis und Menge die nötigen essentiellen  Aminosäuren Methionin und Lysin. Deshalb empfiehlt sich der gezielte Einsatz von pansengeschützten Aminosäuren.

PRAXISBEISPIEL AUF 100-KUH-BETRIEB

So sieht der Einsatz auf einem Beispielbetrieb aus:

Ein 100 Holstein-Kuh-Betrieb mit durchschnittlich 40 kg  Tagesmilchleistung füttert aktuell eine maisbetonte Voll-TMR.  Ausgeglichen wird die Ration über die Energiekomponenten Körnermais und Gerste. Für den Eiweißausgleich kommen Rapsschrot und Sojaschrot zum Einsatz. Die Fütterung wird aufgrund Molkereivorgabe auf GVO-frei umgestellt, deshalb soll künftig  auf den Einsatz von Sojaschrot verzichtet werden. Wichtig für den Landwirt ist, neben dem Umweltaspekt der N-Reduktion die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nicht aus den Augen zu lassen.

DIE RATIONSVERÄNDERUNG

Der Betrieb ergänzt Eiweiß fortan ausschließlich über die Komponenten Rapsextraktionsschrot und geschütztem Rapsextraktionsschrot. Um den Bedarf der essentiellen Aminosäuren Methionin und Lysin zu decken, setzt der Landwirt gezielt geschützte Aminosäuren ein. Pansengeschützte Aminosäuren passieren den Pansen unabgebaut und stehen so im Dünndarm vollumfänglich  für den Stoffwechsel zur Verfügung.

Die gezielte Zulage der fehlenden Aminosäuren, in diesem Fall  Lysin, erfolgt über DairyAmin Lysin. So wird der Aminosäurebedarf der Milchkühe optimal gedeckt. Das zeigt sich wiederum am  IOFC.

FAZIT

Der Umfang, wie weit sich N-Ausscheidungen senken lassen,  hängt von den betrieblichen Gegebenheiten ab. Steht beispielsweise als Grundfutter ausschließlich Grassilage oder Weideaufwuchs zur Verfügung, enthält die Ration stets einen relativ hohen Anteil an pansenverfügbarem Stickstoff. Ebenso grenzen Grundfutter mit schlechter Verdaulichkeit oder Einschränkungen der verfügbaren Eiweißfuttermittel den Umfang ein.

 Für eine N-reduzierte Gestaltung Ihrer Futterrationen ruf Si uns unter 08744-5754-000 an. 

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